Leben

Posted: 11th April 2012 by Dennis in Uncategorized

Heute sind wir mal ganz essentiell. Heute nerven uns mal keine Menschengruppen, keine politischen Sachverhalte, sondern eigentlich das, was uns am allermeisten aufregt, jeden verfickten Tag aufs neue: Das Leben.

Ja zugegeben, das ist sehr gnostisch gedacht und nicht sonderlich kreativ, und mag es gar blasphemisch erscheinen, das Geschenk des Lebens in der Luft zu zerreißen. Ständig wird man zugekotzt mit “Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum”, “Das Leben ist schön” oder “Ein Lächeln wird immer erwidert”. Geht mal in einen Hauptbahnhof und lächelt ein paar Leute an. Entweder werdet ihr zusammengeschlagen oder des Geländes verwiesen wegen Trunkenheit oder potentieller terroristischer Taten. Denn außer Besoffenen und Terroristen in freudiger Erwartung ihrer von Geburt an indoktrinierten Jenseitserwartungen lächelt heute niemand mehr. Und wenn das einzige, das einen noch zum Lächeln bringen kann, die Erwartung eines besseren Lebens im Paradies ist, dann sollte man sich Gedanken machen, ob nicht irgendwas schiefgelaufen ist in dieser Konstruktion, die sich Leben nennt.

An sich ist es ja schon naiv, zu glauben, dass aus etwas, das von Anfang an nur aus dem puren Kampf ums Überleben entspringt, etwas Gutes wachsen kann. Leben bedeutet immer Überleben. Und Überleben bedeutet nichts anderes, als dass irgendein mieses Arschloch es dir versucht, streitig zu machen. Und um selbst zu überleben, musst du das miese Arschloch sein, der wiederum irgendwem anders das Leben streitig macht. Und so KANN die Welt eigentlich aus nichts anderem als unterschiedlich stark ausgeprägten, miesen Arschlöchern bestehen, die um ihrer puren Existenz willen anderen miesen Arschlöchern das Leben schwer machen, nur, um selbst nicht das Leben vom nächst größeren miesen Arschloch schwer gemacht zu bekommen. Und selbst dadurch lässt es sich nicht verhindern, sondern nur hinauszögern, dass dir doch irgendwer, der ein noch größeres Arschloch ist als du,  einen sprichwörtlichen Pimmel durchs Gesicht schlägt, wenn du am allerwenigsten damit rechnest. Und um darüber hinwegzutäuschen hat die Natur uns mit diesem widerlichen Überlebenstrieb ausgestattet, der jegliche Reflexion über den Sinn dieses Gladiatorenspiels der Arten und Rassen von Anfang an unterbinden soll. Wenn du Hunger hast, fragst du nicht warum du Hunger hast, sondern du drehst dem nächst besten Tier seinen Hals rum und schlitzt es auf, um sein absterbendes Gewebe zu fressen, damit das Magenknurren aufhört. Und währenddessen beobachtet dich irgendein anderes, noch größeres Tier mit genau dem selben Bedürfnis und denkt sich “geil, ich warte, bis der aufgegessen hat, und dann ess ich ihn auf… Fleisch im Fleischmantel”. Darauf basiert das Leben, das uns in christlichen Kalendern und Esoterikzeitschriften attraktiv gemacht wird. “Sag ja zum Leben”. Geil… echt mal. Nein danke.

Und dann reden alle noch davon, wie romantisch es doch sei, Kinder zu kriegen, und an diese Leute habe ich eigentlich nur eine einzige Frage: HAT EUCH DENN JEDES MITGLIED DER KATHOLISCHEN KIRCHE UND DER FAMILIENPARTEI HINTEREINANDER INS GEHIRN GESCHISSEN? Das ist doch genau das, was die Natur von uns verlangt: Weitere Arschlöcher in die Welt zu bringen, damit sie anderen Arschlöchern das Leben schwer machen können – angefangen bei denjenigen, die sie erzeugt haben, den Eltern. Rauben dem weiblichen Körper jedwede Ästhetik und zweigen ihm nebenbei noch neun Monate lang (und darüber hinaus) die Energie ab, die sie Mühsam von anderen Arschlöchern geklaut hat. Aber das finden die Leute süß und toll. Wenn ich bei meinem Nachbarn den Strom abzweige, dann empfindet der das nicht als süß und toll, sondern als ILLEGAL, verdammt. Dabei ist das doch haargenau derselbe Sachverhalt, nur, dass keine Vaginas im Spiel sind. Und jetzt kommt mir nicht mit so einer Scheiße wie “Das Baby braucht die Energie aber zum Überleben”. Ich brauche meinen PC auch zum überleben. Ständig hört man diesen Bullshit über die biologische Uhr der Frau: “Ab Ende zwanzig hört die Frau es ticken”. Dann soll sie verdammt noch mal zum Arzt gehen, und damit meine ich nicht den Gynäkologen, sondern den, der noch tiefer in sie rein schaut: Den Psychiater, der ihr mal klarmachen soll, wie DÄMLICH sie eigentlich ist, sich derart naiv der eigenen Arschlochnatur hinzugeben. Als gäbe es im einundzwanzigsten Jahrhundert keine andere Möglichkeit mehr, sich selbst als wertvoll und wichtig zu verwirklichen, als dadurch, dass man möglichst viele weitere Arschlöcher in die Welt presst. Wie wäre es zum Beispiel damit, stattdessen einfach zu versuchen, selbst in der Arschloch- Rangliste weiter nach oben zu steigen (auch Karriere genannt)? Und dabei möglichst die Illusion aufrecht erhalten, dass wir alle an einem Strang ziehen würden – weil wir ja Menschen sind. Versuchen, diese einfache Summe an reinster, ekelhafter, biologischer Masse, aus der der Mensch besteht, mit so etwas wie Kultur und Geist zu übertrumpfen, um sich als Krone der Schöpfung zu profilieren. Täuscht über seine Tierhaftigkeit mit allen möglichen Formen der Askese hinweg, beginnend damit, dass man nicht gerade dort pisst und scheißt, wo man steht, sondern vorher eine Toilette aufsucht; und damit endend, dass man sein Leben lang nur eine einzige Frau vögelt. Monogamie nennt sich das. Dabei ist Monogamie auch nur triebhaftes Besitzdenken, und hat mit Kultur so gut wie nichts zu tun. Wenn ich eine Frau geil finde, will ich der einzige sein, der sie sich über den Pisser reißt. Und dem natürlichen Trieb zufolge dürfen es auch noch gerne andere Frauen sein, denen ich einen wegstecke, aber auch dort darf nur ich der einzige sein. Der orientalische Harem  ist also das natürlichste Gebilde, das die Relation zwischen Männern und Frauen beschreibt. Denn das ist nichts anderes als ein in menschliche Kultur transkribiertes Rudel – der Kerl ist der Leitwolf mit möglichst wenigen Konkurrenten, die den Weibchen einen reinpfeffern könnten.

Und warum das ganze? Aus demselben Grund, wie ich ihn vorher schon nannte: Das erzeugen neuer Arschlöcher, die mir in meinem Arschlochfaktor (auch Gene genannt) ähnlicher sind als irgendwelche anderen Arschlöcher in der Welt: Meine Kinder. Damit sie anderen Arschlöchern das Leben zur Hölle machen und wieder völlig anderen, größeren Arschlöchern als Energiequelle dienen, damit diese ihre eigenen Arschlochkinder in die Welt setzen können, welche de facto nichts anderes machen als meine eigenen Arschlochkinder auch, nur in einer größeren Dimension.  Und wer nun vor dem Bildschirm hängt: “Nääääää”, der muss einfach noch ein wenig Lebenserfahrung sammeln, und zu dem kann ich nur folgendes sagen: Das Ganze nennt sich Evolution – The eternal circle of asshole. Das gibt es seit Milliarden von Jahren, das scheint sich irgendwie bewährt zu haben, und das wird sich nicht ändern, weil DU anderer Ansicht bist. Und wenn du glaubst, ein besserer Mensch als andere zu sein, weil du die Welt durch führen einer monogamen Ehe unter der neun Monate langen Opferung von Energie und deiner weiblichen Ästhetik um ein weiteres Arschloch (oder sogar mehr) bereichert hast, dann solltest du entweder einmal die Geschichte der Niobe lesen oder einfach mal im Tierlexikon die Fortpflanzungsrate von Ratten nachschlagen. Und lass dir vorher sagen: Die haben das besser drauf als du, und deiner Theorie nach zufolge sind sie dann auch höher entwickelt als du. Wobei: Wenn du ernsthaft glaubst, der Sinn des Menschen entfalte sich ausschließlich in seiner Fortpflanzung, sind sie das sowieso.

“Mensch, das ist doch scheiße” – Ein häufig gesagter Satz. Und berechtigterweise durchaus ambivalent, wenn man den Menschen einmal über den Tellerrand hinaus inspiziert, als das, was er ist: Scheiße.

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Literarisch- intellektueller Snobismus

Posted: 5th March 2012 by Dennis in Uncategorized

Ja, heute wird’s ein wenig höher angesetzt.

Grund dafür: Man klickt sich durch die Seite der F.A.Z und findet im Feuilleton tatsächlich die Rubrik: “Leser fragen Marcel- Reich Ranicki.” Das Prinzip ist schnell erraten: Ich habe eine Frage, die mich schon verfolgt, seit ich sechs Jahre alt bin, und mir immer wieder schlaflose Nächte beschert hat (zum Beispiel: “Gehört der ungarische Schriftsteller Sándor Márai zur Weltliteratur?” oder “Wie wandelt sich das erotische Frauenbild des literarischen Expressionismus in der neuen Sachlichkeit um?”) und stelle ebendiese dem Caesar der europäischen Literatur. Dieser verhält sich zwischenmenschlich natürlich wieder wie die Axt im Walde und tut das, was er seit jeher am besten kann: Kritisieren. Bücher, Filme, Menschen und ihre Fragen, einfach alles. Aber da sind wir ja mittlerweile dran gewöhnt, und Reich- Ranicki auf seinem mit Abstand größten Fachgebiet mit einer Laienfrage zu konfrontieren, grenzt in etwa an dieselbe Dummheit, das Löwengehege eines Zoos zu betreten und den ausgehungerten Löwen, der seit drei Wochen das erste Stück Fleisch bekommen hat, zu fragen, ob es ihm denn auch wirkliche geschmeckt habe. Das ist zwar eine höfliche Geste (denn wenigsten schenkt man dem alten Griesgram noch ein kleines Stück Aufmerksamkeit), man kann aber kein Verständnis erwarten.

Aber es ist nicht Reich- Ranicki, der hier angeprangert werden sollte. Nein, der Mann macht das, was er schon immer getan hat, und ist vermutlich der einzige Literaturkritiker, der alt genug ist, Cicero und Seneca noch persönlich gekannt zu haben. Dass ausgerechnet er sich auf einer zeitlichen Schiene der Literatur befindet, die vermutlich selbst Papst Bonifacius VIII. noch als alt und überholt empfunden hätte, ist also kein allzu großes Wunder. Interessanter wird es mit den Fragen, die die Leute dort völlig ernst und aufrichtig stellen. Dazu muss man sagen: F.A.Z. – Leser sind intellektuell sicher keine nassen Streichhölzer in einem dunklen Keller, aber die Fragen, die sie Reich- Ranicki dort stellen, klingen derart künstlich und aufgesetzt, als hätten sie sie aus dem Deutschbuch ihrer Tochter entnommen und einfach mal in einen gewaltigen Topf geworfen, um auch mal was gesagt zu haben – oder einfach nur, um einmal in Kontakt mit dem Kritiker aller Kritiker zu kommen. Beides denkbar.

Bei so einem Bullshit hört der Spaß auf: Mich interessiert einfach nicht, was ein griesgrämiger alter Opa von Heinrich von Kleist hält. Mich interessiert noch nicht einmal Heinrich von Kleist, geschweige denn, ob seine Botschaft noch heute aktuell ist. Das ist ohnehin das 08/15- Argument eines Literaturkritikers, dass ein Buch von vor dreihundert Jahren noch aktuell sei, weil es ja so unwahrscheinlich sozialkritisch sei und die Gesellschaft angreife. Klar. Ich behaupte: Das ist pure Bequemlichkeit der Literaturwissenschaftler, sich an alter Literatur festzuklammern, weil dafür schon quasi jede Interpretation vorliegt. Ich google nach “Effi Briest Interpretation” und bekomme im Prinzip alles bis auf das kleinste Detail geliefert, ohne es mir selbst erarbeiten zu müssen. Von diesem verschissenen Rondell bishin zur Schaukel als Vorbote Effis Scheiterns in der Welt. Das lernt man dann auswendig und schreibt es auf, und schon ist man ein guter Literaturwissenschaftler- weil man eine Schaukel als Vorbote des Scheiterns nimmt. Eine miese, beschissene SCHAUKEL. Nein, Fontane lässt sie im ersten Kapitel  nicht einfach nur Schaukeln, um ihre Kindlichkeit zu demonstrieren (denn Kinder schaukeln nunmal), sondern, damit ich mir als Leser denke “ahhhhhhhhh, die wird bestimmt mal in ihrem Leben scheitern… das KANN ja gar nicht gut ausgehen. Liegt ja voll klar auf der Hand.” – “Effi ist es ja gar nicht selbst Schuld, dass sie sich lieber von dem Major einen wegstecken lässt als von ihrem Gatten. Das ist die GESELLSCHAFT.”

Die GESELLSCHAFT. Verdammt nochmal. Effi ist eine verfluchte, miese Hure, die sich für unglaublich intelligent hält und aus purer Naivität gegen altbewährte Regeln (“Ich ficke nicht mit dem nächstbesten Kerl rum, wenn ich verheiratet bin”) verstößt. Aber schreib das mal in der F.A.Z.. Dann kommt der Ranicki aber persönlich zu Dir nach Hause. Worauf ich hinaus will: Alte Literatur bzw. diejenige Literatur, die von Literaturwissenschaftlern als besonders wertvoll angesehen wird (der sogenannte Kanon) ist nur noch eine Daseinsberechtigung für ebendiese. Man kann mir doch nicht erzählen, dass man sich dafür noch ernsthaft interessiert. Goethes Faust. Schillers Räuber. Kabale und Liebe. Das wird einfach nur noch aufgrund eines intellektuellen Snobismus von Leuten gelesen, die dazu genötigt werden – Schüler und Studenten. Jeder einzelne von denen würde sich lieber mit einem Schätzing- Buch auf den Lesesessel begeben. Warum zu Hölle soll man da noch eine künstliche Nachfrage an Heinrich von Kleist oder Büchner herstellen? BÜCHNER. Mein Gott noch nochmal. Leonce und Lena ist genauso albern und voll mit buchstäblichen Pipi- Kaka- Humor wie “Ali G in da house.” Nur, dass ersteres von einer lobbyistischen Ellenbogengruppierung subventioniert wird und daher als kulturell wertvoll gilt. Man könnte jeden Survival- Guide in den Kanon bringen, wenn man nur einflussreich und dreist genug ist, sich in irgendwelche Literaturrunden im ZDF zu setzen und ihn als wertvoll zu präsentieren. Und da Intellektuelle sich grundsätzlich wie Lemminge verhalten (was Reich- Ranicki sagt, ist Gesetz), müssten dann bald alle armen Schüler und Dozenten eben diesen Survival Guide lesen. Dann müssten sie interpretieren: “Oooooh… der Druckverband im Erste- Hilfe- Set auf Seite 1 könnte ein Hinweis auf die Verwundbarkeit des Menschen in der Reinheit der Schöpfung sein – eine tragische Ironie, stellt der Mensch doch die Krone ebendieser dar.”

Überinterpretation zwecks snobistischer Selbsterhaltung und Verteidigung der Daseinsberechtigung. Aber was rege ich mich auf? Aus mir wird sowieso nichts. Ich war als Kind nämlich mal auf einer Schaukel…

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Punks

Posted: 24th February 2012 by Dennis in Kültür

Falls ihr euch Karneval aus dem Haus getraut habt und dabei – die Menschenwürde zunehmend in Frage stellend- auf dem Weg nach Hause durch Schnapsflaschen, Kotze und Alkoholleichen schreiten musstet, so wird euch zumindest bei letzterem aufgefallen sein, dass damit irgendetwas nicht stimmt. Genau: Es es ist der selbst für Karneval absolut schlechte Modegeschmack desjenigen, der da unfähig jeglicher Artikulation und mittlerweile auch grobmotorischer Bewegungen wie Laufen oder ein kontrolliertes Bewegen der Arme, mit Nietengürtel, Irokesenfrisur und einem eigentümlichen Gestank aus chronischer Ungewaschenheit, Kotze und Pisse vor euch liegt.

Nein. Das ist kein Kostüm:  Es handelt sich hierbei um eine Zecke, erkennbar an dem einschlägigen modetechnischen Holocaust (Im allgemeinen ein beliebiges Bandsweatshirt, ein Che Guevara- T-Shirt und auf jedem beliebigen Kleidungsstück mindestens einmal das Emblem “Punk’s not dead”) und dem unkontrollierten Alkoholkonsum sowie dieser Aura des linken Nihilismus, die sie umgibt. Den Begriff Zecke für diese Gesellschaftsbewegung halte ich jedoch für unangebracht und verletzend, dienen doch Zecken zumindest im System der Natur noch einem höheren Zweck, und wenn es sich dabei nur um die Darbietung von Futter für höher entwickelte Lebensformen handelt – sie tragen ihren Teil zum Gemeinwesen bei, was man von besagter “politischer Bewegung” leider nicht behaupten kann.

Wie Funktioniert also “Punk- sein”? Nun, das ist unsagbar simpel: Man stelle ich sich einen normal entwickelten Menschen vor und entfernt Anstand, Geschmack, Zurechnungsfähigkeit, Leistungswille und Intelligenz und fügt stattdessen den isolierten Erzeuger ausschließlich aller negativen Symptome des Asperger- Syndroms hinzu. Nun haben wir ein Wesen, das grundsätzlich scheiße aussieht, überall den Konflikt sucht und sich im Konfliktfall dann doch nur als friedliches und unschuldiges Opfer der spießigen Gesellschaft stilisiert, die ja in ihrem lobbyistischen Bonzentum  einfach nicht damit klar kommt, dass jemand einen “alternativen Lebensstil” gewählt hat. War das Punk- sein vor einigen Jahren noch eine zwar genauso lächerliche, wenn aber durchaus politisch motivierte Bewegung, so besteht es heute nur noch aus der Dämlichkeit, Anarchie dort ausleben zu wollen, wo sich bereits eine funktionierende demokratische Gesellschaft mit all ihrer Exekutive niedergelassen hat. Das ist genauso wie die leicht bekleidete junge Ärztin, die in eine Zelle mit vierzig Gefangenen auf jahrelangem Sexentzug geht: Dass das in die Hose geht, hätte man sich irgendwie denken können. Aber nein, stattdessen liegt in jeder Punkgruppierung diese Essenz des unterdrückten Außenseitergefühls in der Luft, so als könnten sie ehrlich nicht nachvollziehen, warum die restliche Welt sie jetzt eigentlich scheiße findet. Da liegt es doch nahe, das ganze auf Äußerlichkeiten zu schieben, was dann in so Floskeln wie “Du findest mich ja nur scheiße, weil ich anders bin” ausartet. Aber nein, ich finde dich nicht scheiße, weil du anders bist, sondern weil du genau wie der Rest bist in deinem unerschütterlichen Bedürfnis, anders sein zu wollen.

Und somit sind wir bei dem Phänomen der Modeerscheinung angekommen. Punk nicht mehr als politisch- anarchistische Bewegung, sondern ganz einfach als Mittel, sich von der breiten Masse abzugrenzen. Und da liegt die eigentliche Dummheit: Wer sich abgrenzt, muss sich nicht wundern, wenn er abgegrenzt wird. Eine “Wir”- Definition erfordert zwangsweise auch eine “Ihr”- Definition, und wenn dieses “Ihr” auf mindestens 99,5% der Weltbevölkerung zutrifft, dann muss man sich eben nicht über aus Außenseitertum beschweren oder sich aufregen, wenn die Leute an einem vorbeigehen und denken “Was für’n Penner”.

Und trotzdem kriegt man von Punks immer wieder das typische “Was glotzt’n so?” zu hören. Und was sagt man dann? Nun, am besten die Wahrheit, denn solchen Spinnern ist man eigentlich keine Toleranz schuldig. Die Wahrheit sieht dann in etwa so aus: “Ich glotze, weil ich die Quelle des Gestanks ausfindig machen will, der das gesamte Zugabteil umgibt, oder vielleicht glotze ich auch, weil du mehr Stahl im Gesicht trägst als ein Panzer 4 und deine Haare aussehen, als hätte man dich Kopfüber ins Kühlbecken eines ukrainischen Atomkraftwerkes gehalten. Möglicherweise glotz ich dich auch einfach an, weil ich dich scheiße finde und dir und deinen dreckigen Freunden die Pest an den Arsch wünsche. Und mach den verfickten MP3 Player leiser, du arschgesichtige Tunte, ich will deine Zeckenmusik nicht hören. Und wenn du nun ein Problem damit hast ruf doch deine besoffenen Freunde. Dann hol ich meine Freunde in grüner Uniform- Wem glauben die Bullen wohl? Einem ordentlichen Studenten oder nem besoffenen Penner, der aussieht wie die abgespeckte und muskelfreie möchtegern- Version eines Outlaws aus Mad Max 2?”

Diese Hasslitanei lässt sich eigentlich beliebig erweitern… zur Not immer mit den Bullen drohen, das sind die natürlichen Feinde der Punks. Ihr wisst schon, Anarchos und so…

Naja. Was sollte man sich groß aufregen. Wenn Karneval vorbei ist, sieht man Punks sowieso nur noch unter der Brücke oder in der Getränkeabteilung von Lidl – da, wo das Öttinger steht. Nur wenn der Karnevalszug durch die Straßen fährt, gehen sie unter die “Spießer”. Wen wundert’s, stellen die geworfenen Süßigkeiten im Jahr doch die einzige Einkommensquelle an Essbarem für einen Punk dar. Also Freunde, das nächste mal fangt ihr nicht so eifrig die euch zugeworfenen Süßigkeiten auf. Es gibt Leute, die sie nötiger haben als ihr.

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Weihnachten

Posted: 20th December 2011 by Dennis in Kültür, Religion

Jaulende Kinder, widerliche Gerüche, Kerzen, Dunkelheit und Stille. Wer das nicht unbedingt mit einem belgischen Keller assoziiert, wird recht schnell bemerken, dass hier von Weihnachten die Rede ist. Die Tage der “Besinnung”, der “Liebe” und der “Ruhe”, so wird es uns jedes Mal schon gefühlte drei Monate vorher groß in den Medien präsentiert. Spätestens jedoch, wenn das letzte Blatt vom Baum gefallen ist, sollte man sich entweder ein Last- Minute- Ticket nach Bangladesh, ein verwandtensicheres Türschloss und, falls ihr beides nicht bekommen solltet, genügend Munition Kaliber .45 besorgen (wenn ihr keine Waffe zum Feuern habt: einfach unauffällig eine Hand voll Patronen in den brennenden Kamin werfen, wenn niemand hinschaut, und dann “nur mal eben schnell auf Toilette” verschwinden).

Unser heutiges Weihnachten steht schon lange nicht mehr unter dem Motto Christi, wenngleich die “Liebe” nach wie vor im Vordergrund steht. Man feiert Weihnachten mit seinen “Liebsten”, wie es nunmal sein sollte, mit den Leuten eben, die man mag. Da Charles Darwin leider schon tot und die weiße Lady Galadriel nur fiktiv ist, wird es nun allerdings für mich schon eng. Es ist nicht so, als könnte ich Weihnachten nicht alleine mit einem Stirb- Langsam Marathon, einem Kasten Bier und einem Buch von Nietzsche verbringen, aber sind wir mal ehrlich: Diese Möglichkeit wird einem rein gesellschaftlich überhaupt nicht offen gelassen. Man MUSS Weihnachten mit denjenigen verbringen, die rein konventionell unsere “Liebsten” sein sollen.

Was die berechtigte Frage aufwirft, warum man das Ganze überhaupt jedes Jahr aufs Neue über sich ergehen lässt, statt einfach das Telefon klingeln zu lassen, die Karten unbeantwortet zu lassen und die Türklingel mit Blausäure einzuschmieren, auf dass gar niemand erst die Möglichkeit bekommt, mit einem in Kontakt zu treten und zu Weihnachten einzuladen. Nun, möglicherweise handelt es sich hierbei um eine gewisse Hemmung, vielleicht sogar Angst. Aber wovor? Möglicherweise existiert die Weihnachts- Gestapo, die alle Weihnachtsmuffel zuhause überwältigt, in Nikolaus- Kostüme steckt und dann mitten im Einkaufszentrum absetzt, um sie zu nötigen, Kinder auf den Schoß zu nehmen und ihnen alle Wünsche zu erfüllen – der Traumjob eines jeden Belgiers. Oder vielleicht stecken sie einen auch in Aufnahmestudios für Weihnachtssongs, und zwingen einen 24/7, grottenschlechte Weihnachtslieder zu schreiben, die sie dann im Radio verkommerzialisieren können.

Grundsätzlich drängt sich mir die Vermutung auf, dass Weihnachten genau wie Karneval ist: Ein konventionalisierter (und kommerziell angesetzter) Vorwand, sich irgendwie anders zu Verhalten als sonst. Manche Leute können nur Karneval lustig sein, und vermutlich dieselben Leute können eben nur Weihnachten Gutes tun. Menschliches Verhalten ist also saisonal abhängig. Eigentlich Bullshit: Gerade zu Weihnachten liegen tausende Karten von der “Aktion- Mensch- Lotterie” oder irgendeinem anderen Karnevalsverein im Briefkasten, die mich mit “Spenden Sie – es ist Weihnachten” vollkotzen. Ich spende den blöden Blagen in Afrika sonst auch nichts, warum sollte ich das also ausgerechnet dann tun, wenn ich sowieso mein ganzes Geld für dieses Drecks- Weihnachtsgeschenke ausgebe? Weihnachtsgeschenke sind sowieso so eine Sache für sich. Als ginge man Weihnachten nicht schon mit genug Anspannung entgegen, wenn man sich vorstellt, dass man die blöde Fresse von Verwandter XYZ wiedersehen muss. Nein, dann muss ich dem auch noch was schenken, und mir diese typisch weibischen Gedanken machen: “Ohhh, hoffentlich gefällt dem das, hoffentlich hat der das noch nicht…”. BLA. Wenns ihm nicht gefällt soll ers sich in den Arsch schieben… oder seiner Frau.. oder seinem Hund. Mir doch egal… vielleicht verschenke ich auch deswegen immer Kakteen. Und dann kommt immer der obligatorische Spruch “Ohhh.. das wäre doch gar nicht nötig gewesen”. Ja sicher war das nötig, du Arsch, sonst hätt ichs ja nicht gemacht, oder? Ich bin ja kein Idiot. Und dann sitzen sie alle am Esstisch und tun so, als könnten sie sich gut leiden. Ich persönlich fang ja dann immer heikle Diskussionen an, um die Seiten gegeneinander aufzuspielen: “Wusstet ihr eigentlich, dass die evangelische Kirche mit Hitler kooperiert hat? Bei den Katholiken war das ja nicht so… aber die lehnen ja ohnehin alles ab, was jünger als das dreizehnte Jahrhundert ist.” Und schon hat man die Kacke am dampfen. Dann heißt es: Zurücklehnen und grinsen, während sich alle zerfleischen. Dann die Bescherung: Wenn sie wie die Geier über die Geschenke herfallen und Dankbarkeit heucheln, selbst für die geschmacklosesten Geschenke: “Ohhh, ein paar Tennissocken. Das wäre doch gar nicht nötig gewesen.” Jaja… klar. Gern geschehen.

Und dann die Musik: Entweder man hört schlechte Weihnachtssongs von den kommerziellen Stars auf eins live (wobei das ganze nur an Weihnachtssong erinnert, weil son blödes weihnachtsrassel- glockendings sich das ganze Lied in Achtelnoten über durchzieht und ziwschendurch mal das Wort “Christmas” auftaucht) oder aber den Kinder- Weihnachtschor aus dem gefühlten Jahre 1834, wo vielleicht Ur- Ur- Ur- Ur- Urgroßmutter mitgesungen hat, welcher aber merkwürdigerweise noch auf CD gepresst wurde und man sich fragen muss: Welches moderne Kind tut sich so eine Scheiße an, dabei mitzusingen?

Und dann soll mir nochmal jemand sagen, Weihnachten wäre entspannend. AM ARSCH IST DAS ENTSPANNEND.

Aber wenn alles vorbei ist, man 32 Kilo zugenommen hat von der dekadenten Völlerei an den Weihnachtstagen, und es noch schafft, sich im Bett auf den Rücken zu rollen und aus dem Fenster zu blicken, in den klaren, kühlen Sternhimmel hinaus, dann erfährt man vielleicht die wahre Bedeutung von Weihnachten: Dass der Mensch etwas braucht, woran er sich festhalten kann. Vielleicht ist es das Bewusstsein, dass es noch den ein oder anderen Funken Liebe auf der Welt gibt, Rücksicht, Nettigkeit. Das Bewusstsein, dass man einfach mal das Kriegsbeil begraben kann und zusammen Essen, Lachen, Reden. Vielleicht hilft ihm das jedes Mal aufs neue, diesem ganzen Stress auch eine gute Seite abzugewinnen. Vielleicht ist es aber auch einfach nur die 0,7 Liter Flasche Ballentines Finest… ich weiß es nicht

Euch allen Fröhliche Weihnachten, Ho Ho Ho

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Fantasyautoren

Posted: 27th September 2011 by Dennis in Kültür

Wenn ihr euer Regal durchstöbert und diese merkwürdig eingefassten, verstaubten Papierdinger seht, will ich euch kurz auf die Sprünge helfen: Das sind Bücher. Die kennen die meisten zwar nur noch aus mystery- Filmen im Fernsehen oder als Questgegenstände von WoW, aber es soll gelegentlich Haushalte geben, in denen solche Antiquitäten noch auffindbar sind… leider auch hier nicht mehr in ihrer einstigen Pracht. Dort findet man “Die Elfen”, “Harry Potter”, die gefühlten dreiundsiebzig “Twilight”- Teile, “die Zwerge”, “die Orks”, “die Goblins”, “die Türken”, “die Juden (das kapitialistische Manifest)” und in seltenen Fällen auch noch “Mein Kampf” (in der verschlossenen Kiste auf Opas Dachboden)… also alles Bücher, die in einer Fantasiewelt spielen und in vielen, vielen Varianten – von diversen Rollenspielplattformen bishin zum totalen Krieg -  zu verwirklichen versucht wurden – und in diesem Sinne allesamt gescheitert sind… das eine mehr als das andere.

Was die meisten “neuen” Fantasybücher von älteren (Tolkien) unterscheidet, sind die Erwartungen der Autoren, die damit verbunden werden. Was Tolkien als Escapismus diente, dient den heutigen Autoren als Garant für tiefschwarze Zahlen auf dem Konto und viele Treffer bei Google. Und dabei ist es theoretisch wahnsinnig einfach, als Autor berühmt zu werden, und ich bin eigentlich dumm, es nicht auch als Autor zu versuchen.

Das Schema des kommerziellen Schreibens: 

Das Schema ist Grundsätzlich immer dasselbe. Egal ob bei Harry Potter oder Twilight : Man muss – wie bei der freien Marktwirtschaft auch – eine Marktlücke finden oder aber eine bereits gefundene Marktlücke wie eine Vampirfledermaus solange aussaugen, bis sie nichts mehr abwirft. Aber gehen wir zunächst von ersterem aus: Man muss noch nicht einmal etwas völlig neues erfinden, sondern es genügt, etwas “vergessenes” wieder aufleben zu lassen. Das war bis vor kurzem der Mythos des Vampirs, der bis dato höchstens in ein paar trashigen Wes Craven- Filmen zu finden und schon alleine deswegen nicht ernstzunehmen war. Jetzt kommt jemand auf die Idee, diesen Mythos zu modernisieren und auf eine bestimmte (möglichst breite) Zielgruppe (Mädchen/Frauen mit dem entsprechenden Sinn für Romantik) aufzusetzen. Der fiese Blutsauger wird zu einem sensiblen, sportwagenfahrenden Uber- Stecher und plötzlich ist er nicht nur wegen des Blutes hinter möglichst jungen (aber im Sinne der political Correctness volljährigen) Jungfrauen hinterher, die er furchtbar gerne “vernaschen” würde. Jetzt braucht man nur noch ein gutes Pseudonym. Als wahnsinnig erfolgreich haben sich abgekürzte Doppelnamen erwiesen. H.P. Lovecraft, J.K. Rowling, J.R. Tolkien, A.C. Bradley etc. .   Super, das Schema kommt an, das Buch verkauft sich tonnenweise. Jetzt kommen die literarischen Hyänen und Aasgeier ins Spiel: Zweitklassige Autoren, die diese Idee scham- und gnadenlos ausbeuten und heuschreckenartig dasselbe Buch mit anderen Namen und diversen, kleinen Veränderungen übernehmen. Ohne Schamgefühl und Sinn für intellektuelle Ehre und Kameradschaft fallen sie wie die Hyänen über den vom Hauptautor erlegten Kadaver her, zerreißen ihn respektlos in Stücke: Verstümmeln ihn, zerfleischen ihn oder kopieren ihn einfach nur, bis er ausgeblutet ist und kein winziger Fetzen an Fleisch mehr an den zernagten Knochen der ursprünglichen Idee übrig ist. Sie sind jedoch keine ernsthafte Konkurrenz, denn das “Hauptwerk” von A. B. Mustermann profitiert zunächst dadurch, weil das Thema somit aktuell bleibt. Wenn A. B. Mustermanns Buch genug Aasgeier (und Fortsetzungen) um sich gesammelt hat, wird Hollywood darauf aufmerksam: Ein Film entsteht. Daraufhin sagen die treuen Leser grundsätzlich “das Buch war besser”, woraufhin mehr Leute animiert werden, das Buch zu lesen. Es verkauft sich nun ca. siebenmal so gut wie zuvor – plus die Einnahmen durch die Filmrechte. Es entstehen Serien, die auf dem Thema basieren und weitere von Aasgeiern geschriebene Bücher. Dann jedoch ist die Idee ausgeschöpft – die Quelle gibt nichts mehr her, weil das Thema entweder zu langweilig geworden oder bereits ein neuer Hit entstanden ist, der sich für die literarischen Hyänen als lukrativer erwiesen hat. Und so dümpelt der Mythos des Vampirs die nächsten zehn, zwanzig Jahre wieder vor sich hin, bis wieder jemand auf die Idee kommt, ihn zu adaptieren.

Eine andere Möglichkeit, die deutlich einfacher aber auch riskanter und umstrittener ist, ist das “Catcher in the Rye”- Prinzip (auch genannt: “Der Ranicki- Schreck”, oder die deutsche Variante: Feuchtgebiete. Man schreibt ein Buch, das in möglichst wenigen Hinsichten politisch/menschlich vertretbar ist und daher anstößig, obszön oder gar rassistisch und Menschenverachtend rüberkommt. Dadurch ist das Buch in allen erdenklichen Medien und wird gar zu einem politischen Thema. Das Bedürfnis nach politischer Diskussion und Mitsprachefähigkeit nötigt die Leute dazu, das Buch zu kaufen. Sie müssen es nicht einmal lesen oder gut finden: Hauptsache es steht im Regal. Eine gesellschaftliche Verpflichtung, wenn man so will.

Also: Gibt es etwas einfacheres, als Buchautor zu werden? Ich glaube kaum… man muss nur die Bedürfnisse unserer Gesellschaft kennen… oder ihre Schwächen. Ein Autor mit einer guten Idee ist Gott. Ob Heiland oder Satan, das bleibt dem Autor überlassen. Das Ganze hat schon etwas von “Guter Autor- Böser Autor”. Entweder man gibt den Leuten, was sie sich wünschen, oder aber man nimmt es ihnen. Eigentlich egal: Hauptsache man verdient was.

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Mittelaltermärkte

Posted: 5th September 2011 by Dennis in Uncategorized

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, bald kommt wieder Darwins Lieblingsjahreszeit und viele, viele Dinge, die einen im Sommer angenervt haben (Kinder, Motorradfahrer, Autofahrer, Ordnungsbeamte, fahrende Eisverkäufer, leicht bekleidete Mittvierziger, normal bekleidete Mittvierziger, Rentner…) lassen bald wieder nach. Es wird zu kalt für Flohmärkte und Rummelplätze oder badende Teenies. Bald kann ich mich also wieder meinen langen, nachdenklichen Herbstspaziergängen durch den Wald widmen und mich über den stetig schlechter werdenden, demographischen Wandel der Deutschen freuen, wie ich es jeden Herbst zu tun pflege.

Doch eine Sache gibt es da schon noch… und dieses Phänomen sollte wirklich zum Nachdenken anregen. Wer kennt das nicht: Man will eben schnell Samstags in die Stadt, weil man merkt, dass die Hausbar (und man selbst) langsam trocken wird, und aus der Ferne dringt plötzlich ein ganz widerliches Geräusch, fast so, als würden sieben afrikanische Ureinwohner gleichzeitig eine drei Monate alte Katze vergewaltigen, ihr dabei den Kiefer ausrenken und dabei im Gleichtakt auf ihren Schwanz treten. Natürlich: Ich rede von einem Dudelsack. Ein Instrument, welches zum Sinnbild, zum Symbol der tausendjährigen Epoche des Mittelalters geworden ist. Die Barden des Mittelalters verfügten freilich über keine anderen Instrumente. Lauten, Flöten, Trommeln oder Fanfaren? Nein… sowas hatte man damals noch nicht. Im Mittelalter hatte man NUR Dudelsack… so wirkt es zumindest auf dem Markt, dem man sich dann langsam (und mit genügend Aspirinkonsum) genähert hat, weil man ja insgeheim doch hofft, dass es sich nur um eine vergewaltigte Katze handele. Natürlich wird man enttäuscht: Es ist ein Mittelaltermarkt.

Gut, wenn man also schonmal da ist, kann man natürlich auch gleich darüber gehen. Vielleicht findet man ja den guten Wehrmutabsinth für die Hausbar. So würden vielleicht auch die Kopfschmerzen weggehen, die der Dudelsacksackspieler, der einen offenbar permanent zu verfolgen scheint und dabei zum dritten Mal den Tourdion am Stück spielt, verursacht. So schaut man also vorbei bei “Allerley Leckereyen” und wird natürlich auch hier enttäuscht: Der komische, langhaarige Typ hat keinen Wehrmutabsinth, verlangt aber für den angeblich selbst aufgesetzten Kräuterlikör in etwa den dreifachen Literpreis eines 1787er Château Lafite. Nein danke… Kopfschmerzen habe ich ja eh schon… dank des mittlerweile vierten Tourdion- Durchgangs mittels Dudelsack.

So verhält es sich in etwa für alle Waren, die man auf dem Markt so findet. Duftstäbchen mit WC- Reinigerduft (Zitronenfrische), Dudelsack- Cd’s und Mittelalterliche Kleidung, die in etwa so teuer ist, als käme sie gerade frisch aus Paris. Und während man zu dem Stand geht, der die heilende Kraft der Steine beschwört, mit der Hoffnung, einen Stein gegen Kopfschmerzen zu finden (Achat übrigens… wirkt allerdings nur dann, wenn man ihn sich volle Kanne gegen die Schläfen haut… und selbst dann auch nur solange, bis man wieder aufwacht), bemerkt man, dass die veranstaltende Stadt das Event natürlich als Anlass nimmt, möglichst viel Profit zu machen. So findet man in der “Mittelalterlandschaft” plötzlich einen Bierwagen, Stände mit Handyhüllen und Batterien sowie ein Gewinnspiel, bei welchem man einen zur Schau gestellten Audi A8 gewinnen kann… welch wunderschönes Schlachtross. So fühlt man sich irgendwie wie ein Weltenwandler, der auf der einen Seite von einem penetranten Dudelsackspieler durch einen Markt mit wahrlich königlichen Preisen gescheucht wird, und auf der anderen Seite endlich mal ein günstiges Firewire- kabel für die neue Videokamera findet. Wie beschreibt man dieses Gefühl? Ja, richtig: Merkwürdig.

Merkwürdig… das trifft auch auf die Veranstalter zu, wobei schwer zu sagen ist, wer von beiden nun arroganter ist: Die normal angezogenen Besucher, die mit ihrem i- Pod verzweifelt versuchen, den fünften Tourdion- Durchgang zu übertönen, oder die Veranstalter in Vereins- Wappenröcken, die sich insgeheim darüber aufregen, dass die Gewandung eines der Händler ja eher zum siebten Jahrhundert passt als zum vierzehnten, welches ja eigentlich Thema des Marktes sein sollte… was für eine Unverschämtheit. Wenn besagter Händler schlau ist, gibt er da nichts drum, denn immerhin befindet er sich nun in einer Gesellschaft, in der ein gelbes und historisch inkorrektes Kleid genau so ein Fopaux ist wie oben ohne auf der Oscar- Verleihung zu erscheinen.
Die Besucher stört das nicht, denn immerhin bekommen sie ja durch Fantasy- Filme und Bücher ein oberflächliches Bild des Mittelalters suggeriert. Sie möchten Fantasybücher kaufen, ein Kirschbier trinken, aus Höflichkeit einen viertel Liter des Kräuterlikörs kaufen und dann möglichst schnell wieder weg, bevor der Tourdion in die sechste Runde geht.

Was ist hier falsch gelaufen? Menschen sehnen sich nach Abwechselung in ihrem Alltag. Zwischen Versicherungen, elektronischen Überweisungen und Powerpoint suchen Menschen etwas altes, etwas elementares, an dem sie sich festhalten können, etwas ruhiges und dennoch ungewohntes. Herr der Ringe und co. bieten solche Abwechselung, romantisieren aber eine an sich grausame Epoche so sehr, das so etwas wie ein Mittelaltermarkt zunehmend an Beliebtheit gewinnt, in welchem die Menschen aber genau das erfahren, was sie eigentlich schon in ihrem ganzen Alltag erfahren: Kommerz und Abzocke… nur irgendwie cooler.

Survival- Guide für Mittelaltermärkte

1. Genug Aspirin mitnehmen. So müsst ihr keine Heilsteine gegen Kopfschmerzen kaufen.

2. Bettler, Streuner oder jonglierende Zigeuner sind IMMER Teil des veranstaltenden Vereins. Auch, wenn sie das vielleicht gut darstellen: Sie leben Nicht am Existenzminimum und ihr kommt nicht in die Hölle, wenn ihr denen keinen Euro gebt. Bedenkt, dass diese Leute eine Gewandung tragen, die in etwa so teuer ist wie ein guter Gebrauchtwagen.

3. Eine 1- Euro Münze für den Dudelsackspieler bewahrt euch nicht vor dem nächsten Lied.

4. Lasst euch von den Händlern in kein tiefgehenderes, themenbezogenes Gespräch verwickeln, es, sei denn, ihr wollt einen mehrstündigen Vortrag über jede mittelalterliche Epoche hören.

5. Gegen vom Verein beauftragte Entertainer (brüllende Hexen, Ritter und Bauern, die die Leute anpöbeln sollen, etc.) hilft das kurze Zeigen eines Taschenmessers, dessen klinge mindestens 8 cm Lang ist. Haltet es daher immer griffbereit. Für gewöhnlich habt ihr dann Ruhe.

6. Natürlich könnt ihr Handeln… aber ihr werdet immer den Kürzeren ziehen. Spätestens, wenn das Argument “handgefertigt” kommt, habt ihr keinen Einfluss mehr auf den Preis.

7. Denkt mehrmals darüber nach, ob ein Trinkhorn, ein Umhang, ein Blankschwert oder eine Ritterrüstung wirklich alltagstauglich sind, bevor ihr euch zum Kauf von solchen Gegenständen überreden lasst.

8. Von fast allen auf Mittelaltermärkten angebotenen, alkoholischen Getränken  bekommt man Kopfschmerzen.

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Autofahren

Posted: 2nd August 2011 by Dennis in Kültür

Was gibt es deutscheres, als Autofahren (abgesehen davon, beim Autofahren immer mal wieder auszusteigen und mittels Zollstock nachzumessen, ob der Abstand zwischen der weißen Fahrbahnbegrenzung und dem Straßengraben auch wirklich immer gleich ist. Oder sich mal wieder über die Spritpreise aufzuregen) ? Eine nur schwer zu beantwortende Frage, sitzt der Durchschnitssdeutsche doch nahezu ständig in seinem geliebten Gefährt. Neben Biertrinken bzw. dem Grundbedürfnis zu frönen, “beim Biere schlecht über die Regierung zu reden” (Zitat: Otto von Bismarck), gibt es wohl keine Aktivität, die als deutscher einzustufen ist, als das Autofahren. Und vielleicht liegt auch dort der Grund – der Ansatz des seit Jahrhunderten bekannten und dennoch ungelösten Mysteriums -, warum die Deutschen einfach nur ein in jeder Hinsicht verabscheuungswürdiges und pseudotolerantes Volk sind.

Schon bei der Auswahl des Fahrbaren Untersatzes gibt es genau zwei Klischees an Deutschen, die ihr Auto jeweils an eigentlich nur einem einzigen Auswahlkriterium festmachen. Klischee A wählt grundsätzlich das größte, schönste, kräftigste, teuerste  und beste Auto, dessen alleinige Präsenz schon derart aufgesetzt bonzig wirkt, als wäre es gerade frisch aus Xzibits “Pimp my Ride”- Werkstatt gekommen. Diese Autos sind grundsätzlich Limousinen, ihnen fehlt jegliche Art von Sportlichkeit (wie den Deutschen auch… wie treffend) und dienen eigentlich nichts anderem als dem einen Zweck, den anderen Deutschen lange Zähne zu machen und seine eigene Überlegenheit zu demonstrieren. Und wir alle wissen, was passiert, wenn die Deutschen ihre Überlegenheit demonstrieren wollen. Der Preis spielt keine Rolle – auch nicht das Budget des Käufers. Frei nach dem Motto “Du liest ein Buch, ich lease einen BMW” verschuldet man sich ganz zur Not halt über die nächsten 50 Jahre, lebt nur von Wasser und Brot und die Kinder dürfen dann eben nicht studieren, weil man das Auto sonst nicht bezahlen könnte, aber immerhin fährt man dann ein Auto, das man im Mittelalter ohne schlechtes Gewissen als “uneinnehmbares Bollwerk Gottes” bezeichnet hätte – zumindest solange, bis der Tank leer ist, dann muss man erstmal wieder 3 Monate sparen.

Klischee B hingegen legt durchaus Wert auf den Preis, allerdings endet an diesem Punkt das Auswahlverfahren auch schon. Farbe, Ausstattung, Sicherheit, Verbrauch… all das sind Dinge, die in den Fahrzeugbrief gehören, aber sicherlich nicht in die Liste der Entscheidungsfaktoren des Käufers des Typus B. Neuwagen kommen überhaupt nicht in Frage, und daher gibt es nur zwei Zahlen, die man beachten muss, will man korrekt nach Methode B ein Auto kaufen: Preis und gefahrene Kilometer. Denn – wie wir alle wissen – gilt als Faustregel: Je weniger Kilometer ein Auto gefahren ist, umso besser ist es. Zustand des Motors, der Bremsen, der Kupplung und sonstigen zwingend notwendigen Inhalten des Autos verhält sich nach Ansicht des Käufers B also Proportional zu den gefahrenen Kilometern. Ist doch klar, oder? Meistens läuft es dann darauf hinaus, dass der Wagen aussieht wie eine Kombination aus Toaster und Einkaufswagen, den man mal eben schnell in einem billigen Rot angesprüht hat. Verlockend – und am Ende dann auch vernichtend gegenüber jeglichem, begründeten und rational nachvollziehbaren Zweifel- ist dann noch die Aussage des unglaublich vertrauenerweckenden Händlers: “Der hat noch 2 Jahre TÜV”. Diese “Einwegautos” sehen dann im Straßenverkehr nicht nur so hässlich aus, dass sie glatt als öffentliches Ärgernis und Ordnungswidrigkeit durchgehen könnten (und es in Ländern wie der Schweiz oder Österreich sogar tatsächlich tun) und allein deshalb schon absolut lächerlich wirken (ganz zu schweigen von den 38 Pferden bzw. Ponys, die sich angeblich unter der Haube verstecken sollen). Nein, Käufer B fühlt sich dem Käufer A in seiner Intelligenz auch noch wahnsinnig überlegen und klebt sich gerne einmal vernichtenden Spott hinten auf Heckscheibe wie “alt, aber bezahlt”, “klein, aber Oho” oder “Kevin an Bord”, und scheint dabei gerne mal zu vergessen, dass er ein Auto fährt, das so alt ist, dass selbst der Führer in diesem Auto seine Fahrstunden genommen haben könnte. Gerne wird den Autos auch ein verniedlichender Name gegeben wie “Dudu” oder “Herbie”. Wer damit nun wirklich lächerlich gemacht wird, darüber müssen wir nun wirklich nicht reden, und wer am Ende wirklich Grund zum Lachen hat, das weiß man spätestens dann, wenn sich “Dudu” nach einer Kollision mit gewaltigen 20 Km/H siebenmal brennenderweise um den Baum gewickelt hat, während der “A6″ in derselben Situation höchstens den Kühler so deformiert hat, dass es aussieht, als wäre er einfach nur mit dem falschen  Rad aufgestanden und vermutlich einen größeren Schaden durch das Abwürgen des Motors als durch den Unfall erlitten hat.

Aber nicht nur der Autokauf, sondern auch die Fahrpraxis bietet genug Stoff zum aufregen und macht den Deutschen zu einem einzigartigen Lebewesen. Bei der Therorieprüfung der und praktischen Prüfung wird der TÜV grundsätzlich betrogen und der Fahrschüler wird zu einem Meister der Täuschung und des Betruges. Man gibt vor, ein vorhersehender, ruhiger und kameradschaftlicher Autofahrer zu sein, der sich zur Not sogar dazu herablassen würde, sein Fahrzeug zu verlassen um einer alten Frau über die Straße zu helfen. Dass ich extra viel Gas gebe, sobald Kinder über die Fahrbahn laufen, dass ich bei regnerischem Wetter extra große Pfützen suche, um dem Fußgänger eine ordentliche Ladung dreckigen Wassers zu verpassen, dass ich den Vordermann an der Ampel anhupe, sobald die Ampel auf rot- gelb umspringt und ich ich merke, dass er die Kupplung noch nicht kommen lässt, dass ich möglichst laut Devildriver hörend mit 70 an einem kirchlichen Feiertag durch eine “freiwillig 30″ Landgegend fahre, während die Eltern mit ihren Kindern spazieren gehen, oder dass ich die Frau, die neben mir im Stau steht, sexuell belästige – wissend, dass sie ja ohnehin keine Fluchtmöglichkeit hat -  das habe ich zur Zeit meiner Prüfung dem TÜV natürlich nicht mitgeteilt. Wer den Führerschein hat, der wird genau in dem Moment, in dem er ihn vom Prüfer entgegennimmt, zu einem Arschloch. Daran lässt sich nichts ändern, und ich bin mittlerweile überzeugt, dass das genetisch vorherbestimmt ist. Das Autofahrergen sozusagen.

Problematisch ist auch – gerade bei jugendlichen- dass sie einer wahnsinnigen Arroganz verfallen, wenn sie beim nur dritten Anlauf die Führerscheinprüfung geschafft haben, sowie jeder Autofahrer einer gewissen Arroganz gegenüber dem gewöhnlichen “Fußvolk” verfällt.

Grundsätzlich gilt: Ich HASSE das Autofahren. Ich fahre wie ein betrunkener Ork und höre dabei Musik, als käme ich gerade aus der tiefsten Hölle herausgefahren, nachdem ich Lucifer persönlich ins CD- Laufwerk gequetscht habe, welcher nun zornig grölt, ich möge ihn wider hinauslassen. Der Straßenverkehr ist eine gesellschaftsinterne Evolution: Nur der Stärkste überlebt. Vielleicht daher auch mein Bild von Charles Darwin, das dort am Rückspiegel hängt, wo eigentlich ein Schutzengel oder am Kreuz hängen sollte. Nur das Bewusstsein, dass es im Straßenverkehr heißt “töte oder stirb” lässt dich zu einem wahren, guten Autofahrer werden und lässt dich sicher am Ziel ankommen, denn merke: Gottes Präsenz dringt vielleicht durch die dicksten Mauern, aber niemals durch die Karosserie eines Autos.

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Facebook und die liebe Männlichkeit

Posted: 21st July 2011 by Dennis in Internet

Dass Menschen neuerdings das absolute Bedürfnis haben, ihr Leben mit Millionen und Milliarden von meist unbekannten Menschen zu teilen, ist ja weiß Gott kein Geheimnis mehr, sondern irgendwie gewissermaßen eine Selbstverständlichkeit geworden. Wenn ich früher an Facebook gedacht habe, dann kamen mir meist diese absolut geistig wie auch moralisch zurückgebliebenen Sex-And-The-City- Tussies in den Sinn, die schnell mal eben ihren Freundinnen per Handy (damals noch “Blackberry”- Ja, das Ding war ja sowas von “hip” und eines der wenigen Teile mit ernstzunehmenden Facebook- Zugang) unbedingt mitteilen mussten, dass sie eben in der City sind und einen Kaffee bei Starbucks trinken. Meistens dann in Köln (oh ja, ich HASSE diese Stadt), weil Mama es ihnen nicht erlaubt hat, weiter mit dem Zug zu fahren in eine richtige Stadt, die über Kulturgut verfügt, das nicht von oben bis unten mit Geländern und Gerüsten versehen ist, sodass es auch nicht aussieht wie der Prototyp der ersten Kapelle der Menschheit, der von Leuten gebaut wurde, die gerade einmal ausreichend  IQ hatten, ihre Frau an den Haaren in die Höhle zu schleifen, um Nachwuchs zu zeugen. Und es ist echt beschämend, dass Köln Angst haben muss, “dä jroße, dolle Dom, dat Häzzstück von Kölle” könne in seiner “Schönheit” ernstzunehmende Konkurrenz von einem anderen, religiösen Gebäude – einer Moschee – bekommen. Einer MOSCHEE.

Ja… genau in eine solche Stadt sind dann die Weiber gefahren (und tun es heute noch). Dann wurde sich in ein Café gesetzt, der kostenlose W- Lan Anschluss des Cafés wurde verwendet, um sich bei Facebook einzuloggen, und dann wurden für Mädchenfreundschaften obligatorische Nachrichten möglichst öffentlich gemacht, damit jeder sehen konnte, wie Hip man doch ist. Und wer kennt Aussagen wie “Grad’ mit Franzi in der City. Schön Kaffee trinken bei Starbucks :-) … soooooo schön heute hier :-) hab ich euch alle ganz dolle lüüüüüüüüüüb” denn nicht? TÄGLICH kommt so eine Scheiße auf meiner Startseite, was irgendwelche Freunde – die eigentlich nur Freunde sind, damit sie nicht noch einmal 300 Anfragen senden- gerade machen. Ob sie im Kino sind, in der City, im Puff, in einem gehijackten Flugzeug oder sonstwo, was mich eigentlich weder angeht noch interessiert.

Mittlerweile ist Facebook aber über dieses Heute-in-der-City- Klischee hinausgewachsen,  und es stellt nicht nur eine öffentliche Plattform für Sex-and-the-City-Tussies und für jene Kerle, die sie diese flachlegen wollen, dar, sondern ist gewissermaßen die ultimative Stufe der Globalisierung geworden. Ich könnte jetzt gerade auf Facebook gehen und nachsehen, was die Asia- Porno- Nutte, die ich gestern vielleicht noch in einem mehr als fragwürdigen Porno (Preisfragen: “Ist die denn schon 18?” und “Will die das überhaupt?”) gesehen haben könnte, gerade macht (Ps: ich steh gar nicht auf Asiatinnen… aber Halbasiatinnen sind nach Bro- Code ziemlich in. Platz eins, Baby.. wuuuuuuh).

Das bedeutet dann aber freilich auch, dass sich dort wesentlich mehr Kerle befinden, als zu Gründungszeiten. Das ist an sich nicht schlimm, denn Kerle sind durchaus in der Lage, alles was sie gerade empfinden (und für notwendig halten, es ihren Bro’s mitzuteilen) – von “Hey, die Runde geht auf mich” (=”Alles gute zum Geburtstag”) bishin zu “Scheiße alter, dass du Krebs hast. Sorry, Bro.” - durch die emotionale Distanz, die Facebook bietet, auszudrücken. Mit den richtigen Einstellungen würde Facebook für echte Bro’s also alle anderen Kommunikationsmöglichkeiten ersetzen. Es ist einfach, zielgerichtet und kann an für alle anderen Bro’s sichtbar gemacht werden. Alles cool, oder?

FALSCH. Ich sehe Kommentare wie “Lauraaaaaaaaaaa, Ich hab dich soooooooooooo lieb”, oder “Hmmmmmmm, lecker Latte Macchiato mit Denise” , und zwar nicht von ehemaligen, weiblichen Sex-and-the-City-Fans, sondern von KERLEN. Von Jungs! Ehemaligen Bro’s! Und dass diese Kerle ausgerechnet mit Frauen schreiben, kann nur zwei (2) Gründe haben: a.) Sie sind der schwule, beste Freund – oder b.) es ist ihre neue Masche, sich an Frauen ranzumachen. Ist das die neue Dimension der zwischengeschlechtlichen Kommunikation? “Lauraaaaaaaaa, ich hab dich sooooo lieb?”, im O-Ton? Wenn ich mich also an eine attraktive Frau ranmachen will, muss ich nur noch schreiben  “Lauraaaaa… ich lüb dich ja sooooooo dolle”, mache einen auf besten Freund und riskiere aber dafür, dass ich plötzlich zeitgleich mit der Angebeteten meine Tage bekomme, weil der letzte Rest Testosteron aus mir entwichen ist? Wenn ich Schluss machen will, sage ich also nicht mehr Dinge wie “Hey, die sieht aus wie Du in deinen besten Zeiten”, “Nimm doch stattdessen einen kleinen Salat” oder “Wie, du willst das nicht machen? Bei deiner Schwester durfte ich das!”, sondern ich lösche sie einfach aus der Freundesliste oder wechsele schnell den Beziehungsstatus? Okay… das wäre auf eine gewisse Einfachheit beschränkt, und es würde jedem Bro auf dieser Welt einen Gefallen tun, aber wo bleibt da der Reiz? Wie wäre es stattdessen mit einem Kompromiss aus beiden Variationen: “Lauraaaaaaaaaa! Ich will dich fickeeeeeeeen!”. Oder sogar als Facebook- Funktion: “Jemand hat dir eine Einladung zum Geschlechtsverkehr geschickt. Möchtest du annehmen?”

Das wäre immerhin noch männlicher als den Sex-And-The-City-Fan zu geben . Immerhin war es früher mal männliches Verhalten, worauf die Frauen gestanden haben. Nein, ich rede nicht von Rülpsen, Furzen, Machogehabe oder sonstigem, sondern einfach nur vom Anderssein als die Frau. Schwarzer Kaffee statt Latte Macchiato, Grillteller statt Salat, Southpark statt Grey’s Anatomy... und später guckt man sich dann zusammen eben Dr. House an. Kompromisse finden. Merkt euch dafür eine einzige Alliteration, die euer Leben verändern kann, und den Metrosexuellen wieder auf die richtige Bahn bringen kann: Pimmel statt Periode. Und das ist auch gut so. Hätte Gott gewollt, dass die Männerwelt irgendwann einmal “Lauraaaaaaaa, ich hab dich lieeeeeeeeb” schreibt, dann würden auch wir einmal im Monat bluten. Hätte Jesus gewollt, dass alle Menschen nicht nur faktisch, sondern auch charakterlich gleich sind -dass die Männer wie die Frauen sind – hätte er nicht gesagt “Gehet hin und tut desgleichen”, sondern “Loooooooooos, macht aaaaaallee miiiiiiiiiiiiiit” auf seiner Pinnwand gepostet, während er sich mit seinen Jüngern (Bro’s im weitesten Sinne) bei Starbucks einen Latte Macchiato getrunken hätte… und für so einen wäre der Dom nicht nur weitaus hässlicher, sondern auch noch Pink ausgefallen… Amen


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Rollenspieler

Posted: 10th May 2011 by Dennis in LARPER und Rollenspieler

Die letzte Zeit waren wir ein wenig sehr politisch… diesmal verspreche ich Euch, dass nicht nur Sachverhalte, sondern ganz gezielt auch wieder viele, viele Menschen thematisiert werden. Dieser Post wird auch voll von Selbstironie werden, denn ich bin seit meinem elften Lebensjahr begeisterter Rollenspieler in so ziemlich jeder denkbaren Dimension.

Zunächst einmal: Den Rollenspieler gibt es nicht. Es gibt Nerds, Fette, Schwachmaten, fette Schwachmaten, Intellektuelle, Pseudointellektuelle, verpickelte Kiddies ohne Real-Life, Selbstbewusstseinsgestörte und gescheiterte Misanthropen, die Rollenspiele spielen, aber es gibt niemals “den Rollenspieler”. Meistens finden sich Menschen mit grundsätzlich ähnlichen Eigenschaften auch in ähnlichen oder gleichen Rollenspieldimensionen wieder. Zur Anschauung: Hässliche, verpickelte Menschen finden sich häufiger auf WoW Servern als im Elbenlager auf einem Larp-Con, während sich vermeintlich Intellektuelle auch eher den anspruchsvolleren Arten des Rollenspiels widmen wie Forenrollenspielen oder Online-Games, deren Grafik so scheiße ist, dass “gutes Rollenspiel” die einzige Motivation ist, dort überhaupt seine Zeit zu verbringen (ich erinnere an Ultima Online an dieser Stelle, was ich, wie ich leider zugeben muss, immer noch in einer abgewandelten Form spiele).

Daher muss man differenzieren, bevor man jemanden als “Rollenspielnerd” beschimpft, und eventuell sogar in Gefahr gerät, dieses Kompliment doch glatt zurückzubekommen.Das schlimmste, was einem passieren kann, ist nämlich, von einem WoW-Spieler während eines Serverdowns als Nerd beschimpft zu werden! Drecks Pisser, diese WoW’ler!

Berücksichtigt werden sollten unter anderem der Zeitaufwand und die investierten Kosten, die sich von 120 Euro für ein ganzes Wochenende samt Verpflegung über 12 Euro im Monat für 18 Stunden täglich + Strom oder 350 Euro für eine (immerhin schon angemalte) Plastik- Ork-Armee belaufen können, während andere Formen des Rollenspiels nahezu kostenlos sind. Demnach errechnet sich also die Extreme des Nerds nur aus den Faktoren Zeit x Geld? Weit gefehlt! Eine große Rolle spielen dabei auch die Auswirkungen auf die Persönlichkeit des Spielers und seine Umgebung.

Im folgenden werden die wichtigsten Formen des Rollenspielers, wie er schon gesehen wurde, definiert:

1. Der Rollenspiel- Fan.

Spielt Klassiker wie Diablo, Gothic, Elder Scrolls oder andere offline- Games. Meistens bekommt er in solchen Spielen einen vorgefertigten Charakter vorgesetzt, mit dem er sich nicht sonderlich identifiziert. Er liebt es zwar, Orks zu moschen, weil das Kampfsystem ja so unglaublich ausgereift ist, liebt es aber auch genauso gern, seine Freundin zu befriedigen, Nerds auf der Straße zu verprügeln oder mit ein paar Kumpels ein Bierchen trinken zu gehen. Wenn er die Auswahl zwischen mehreren Charakteren hat, wählt er entweder den Charakter mit den größten Muskeln oder die mit den größten Titten… “was für’s Auge halt”. Die Charakter erhalten dann entsprechend Namen wie “Terminator”, “Jack Bauer”, “Chuck Norris” oder schlicht “geile Fickschlampe”… völlig distanziert eben. Das Beenden des Rollenspiels ist denkbar einfach: Escape, Speichern und Spiel beenden.

2.  Der Online- Rollenspieler

Gut.. machen wir uns nichts vor. Genausogut hätte ich auch “Der WoW’ler” schreiben können. WoW’ler mit dem letzten Funken Verstand und Männlichkeit kreieren sich wenigstens noch weibliche Charaktere: Nachtelfen mit knappen Röcken, Blutelfen mit noch knapperen Röckchen etc. Ich selbst finde es schöner, während des stumpfen durch- die- Gegend- Laufens  bei WoW einer spitzohrigen Schönheit auf den Arsch zu starren, als einem Ork in Plattenrüstung… aber jedem das Seine (außerdem: Ich spiele zwar viele Rollenspiele, aber kein WoW.. eigentlich soll mir das ja dann egal sein). Der WoW’ler identifiziert sich mit seinem Charakter. Er will einen Charakter, der ihm möglichst ähnlich ist, und dabei gerät er in 95% der Fälle so in dessen Bann, dass die Freundin (falls noch vorhanden) sich nackt  mit einer Flasche Rotwein auf dem Sofa räkeln könnte: “Ja Schatz… lass mich schnell noch die Quest abgeben”. Noch problematischer ist es, wenn eine “Gemeinschaft d. Idiotischsten Lappen Dieser Erde” – kurz: G.I.L.D.E- ins Spiel kommt. Hört man einem Gildenleiter zu, so glaubt man, er leite ein Millionenunternehmen. Vielleicht tut er das auch… wer allerdings mit einem USB Stick voll mit WoW- Gold zur Pfandleihe geht, wird von den Juden dort sicher nur ausgelacht… tja: Mazel Tov! Wenn man Sprüche wie “Wenn der seine Raidleistung nicht um mindestens 7 Prozent steigert,  schmeiß ich den aus der Gilde” hört, dann ist eine gewisse Besorgnis und der Nerd- Stempel wohl durchaus angebracht. Vielleicht hat ihm seine Freundin dasselbe vorher mit seiner Leistung im Bett angedroht… hehe… WoW’ler und Freundin… Mann bin ich witzig. Fakt ist: Wer bei WoW Gildenleiter ist, kann daraus seinen persönlichen Selbstwert beziehen, und das tun die Leute dann auch: immerhin haben sie dann einmal in ihrem erbärmlichen Leben Verantwortung über eine Summe von “Geld”, die über einen zweistelligen Bereich hinausgeht… klasse! Und dann gibt es da noch diese RP Server… als wäre ein durchschnittlicher WOWler in der Lage, seinen alltäglichen Sprachgebrauch – bestehend aus “rolf” “lol” “XD” oder ebendiesen in Kombination mit Wörtern wie “Wipe”, “T6″ oder “Raid”, im Ganzen dann also “rofl… wipe XD” – an eine “mittelalterlich” geprägte Welt anzupassen… die sollten sich mal lieber ein echtes “Weib” suchen. Die wenigen, die dazu in der Lage wären, finden dann wahrscheinlich nach spätestens 3 Minuten das erste XD- Kid, und fragen sich, warum sie nicht lieber auf ihrem alten Servern geblieben sind… tja: Vermaledeyt nochmal. Auf Rp Servern soll die Bindung zum eigenen Charakter noch stärker ausgeprägt werden… man soll sich in ihn hineinversetzen, ihn spielen, zu ihm werden… sich fragen: wie würde mein Charakter reagieren, wenn er in der und der Situation wäre? Ist doch ganz einfach: Er würde einen Wipe verursachen, oder? Die Namensgebung der Charaktere in WoW ist vielseitig: Die Namen können von Jack_BauerXD13432 für eine Nachtelfenkriegerin (und wehe, WEHE irgendwer schreibt mir jetzt:” Hey, es gibt keine Nachtelfenkriegerinnen”. DA SCHEISS ICH DRAUF)  bishin zu Lordaeron- gerechten Namen wie “Slyacide Betheleth Whisperschranz”  reichen. Allesamt meines Erachtens nach nicht so Kreativ wie “Geile Fickschlampe” von Rollenspieltyp 1. Das beenden des Spiels ist übrigens auch etwas schwerer:Gildenleiter anwhispern: fragen, ob man offline gehen darf; abmelden bei sonstigen Vorgesetzten in der Gilde; sicheres Gebiet zum ausloggen suchen; beenden… 3 Stunden schlafen, weiterspielen.

3. DSA und Tabletop

Diese Spieler halten sich für saumäßig elitär, weil sie ja immerhin ihre Spielpartner noch treffen und sehen müssen, um diese Spiele zu spielen. Die beiden Arten unterscheiden sich ein wenig. DSA (Das Schwarze Auge) ist ein Pen-and-Paper Rollenspiel aus den 80ern. Man deckt sich mit jede menge Regelwerken und Büchern ein und erstellt sich nach diesen Regeln einen Charakter. Dann muss man sich noch Abenteuer (in Buchform) und jede jede jede Menge Würfel kaufen, um dann endlich anfangen zu können. Ein Obernerd -der sog. Meister, der die Spielregeln besser kennt als alle anderen- führt die Spieler dann ins Abenteuer ein und liest aus dem Buch vor, welches für jede Reaktion der Spieler Möglichkeiten offen hält. Im Prinzip ist diese Variante des Rollenspiels gar nicht mal schlecht. Man hält (wenn auch sehr fragliche) soziale Kontakte offen und muss sich noch wie ein Mensch artikulieren. Dasselbe gilt für das Tabletop… neben den Regelbüchern braucht man dafür aber eine gigantische Tischplatte, die mit für einen Kriegsschauplatz authentischen Accessoires ausgestattet werden muss, und erst einmal eine Armee, die im Schnitt mal locker 300 Euro aufwärts kostet, und ehe man sich versieht, hat man sich in beiden Spielen in einen absolut komplexen Hintergrund hineingedacht mit hunderten von Göttern und Parteien, und man ist im Prinzip genauso ein Freak wie alle anderen auch. Dazu kommt, dass die Tabletoper ihre (Plastik-!!!!!) Figuren nicht nur für saumäßig teures Geld kaufen, sondern diese auch noch blank sind und erst sorgfältigst angemalt und zusammengesetzt werden müssen. Und bei einer Armee, die aus 20 Figuren besteht, kann das schon mal dauern.

Was also ist daran so elitär, dass diese Spieler sich über die Larper, über die WoWler und alle anderen Rollenspieler lustig machen? Ich weiß es nicht. Mit Maßbänden Figürchen schieben ist… naja… sagen wir: Merkwürdig. Vielleicht machen die meisten es auch deswegen im Keller… bei den polnischen Nutten, die sie da unten gefesselt und geknebelt versteckt halten, für den Fall, dass sie bei dem ganzen Würfeln und Figuren-schieben mal wieder Druck bekommen.

4. Forenrollenspieler und Ultima- Online zocker

Die intellektuelle Elite unter den Rollenspielern (yeeha, und ich spiele beides)… leider meistens auch kaputte Misanthropen, die einem gewissen Escapismus fröhnen (yeeha, und ich bin beides). Das Forenrollenspiel hat keine Engine. Nur einen Meister, ähnlich wie bei DSA. Allerdings kommt Forenrollenspiel völlig ohne Schwanzvergleich und Gewürfel aus. Es geht sich darum, einen Charakter so begeisternd und authentisch wie möglich darzustellen… mit allem, was dazu gehört. Gute Forenrollenspieler haben Potential zum Schriftsteller, sind aber niemals in der Lage, sich kurz und knapp auszudrücken… detailverliebte Visionäre eben. Das Problem ist: Entweder ist das Spiel oberflächlich, oder aber die Spieler verlieren sich noch mehr als alle anderen in eine Fantasiewelt… und kommen nicht mehr raus… immerhin begründet sich die Arroganz der Forenrollenspieler aber auf einer intellektuell echt vernünftigen leistung

Bei Ultima Online sieht es etwas anders aus. Die Spieler sind zu Rollenspiel gezwungen, weil die Grafik so scheiße ist, dass sie jedwede Interaktion der Charaktere so schlecht darstellt, sodass man “ausemoten” muss, was man da eigentlich gerade macht. Da *Fällt einen Baum” schnell langweilig wird, versucht man das ganze auch hier möglichst breit auszuschmücken und künstlerisch und intellektuell wertvoll umzusetzen: *Rammt die Axt in den Baum. Der Baum fällt um*… yeah.

Das Problem bei den UO Spielern ist folgendes: Sie sind Arschlöcher. Schlicht und ergreifend Arschlöcher. Eine Mischung aus Gildenleitern und Larpern (zu denen wir gleich noch kommen wollen). Es gibt innerhalb des Spiels Gruppierungen, denen man sich anschließen kann. Spielt man ein gutes, erwachsenen Rollenspiel (kurz gesagt: ist man Nerd genug), kann man dort durchaus etwas erreichen und irgendwann zum Gildenleiter oder einem seiner Neger aufsteigen. Daraus kann man dann seinen persönlichen Selbstwert beziehen und im dazugehörigen Forum ordentlich flamen…  und in der Disko kommt es bei den Frauen bestimmt super, wenn man sagt: “Hey, ich bin Ritter ihrer Majestät zu Phantasmorgia”. Dass man aber zuhause vor dem PC verfettet, weil man regelmäßig online sein muss, um seinen Pflichten im Spiel gerecht zu werden, das vergisst man dann wohl ganz schnell… und wenn man dann doch mal ausgeht, muss man sich sofort bei den Co-Nerds rechtfertigen, warum man denn gestern nicht mit seinen “Freunden” den Drachentempel des Hexenzirkels Bumsdikatz eingenommen hat.

5. Larper

Jetzt wird spannend. Larp (Live-Rollenspiel) ähnelt dem Theater. Alles, was man so aus diversen Rollenspielhintergründen kennt, findet sich auch beim Larp… meistens erbärmlich schlecht dargestellt. Aber beginnen wir von vorne. Für den allgemeinen Larper gibt es zwei Welten: IT (In-Time, also die Zeit IM Spiel), und OT (Out-Time, also der ganze Rest. Während ich das hier schreibe, befinde ich mich im OT… öhm.. glaube ich…*hust*). Schlimm wird es, wenn diese miteinander verschwimmen, denn dann sind Larper wahrlich der Auffassung, letztes Jahr auf dem Pfingstcon (Cons= Mehrtätige Nerdtreffs Larpveranstaltungen) ernsthaft die Welt gerettet zu haben, indem sie den bösen Dämon in einen Stein verbannt und danach die Königin der Dunkelheit vergewaltigt haben… . Und dann geht es los mit: “Weiß Du noch, als ich den Magier verarscht hab muahaha” -”JA verdammt, ich weiß es noch! Und jetzt halts Maul! Wasch Dich!“. Diese “Erinnerungen” lassen sich im echten Leben an die Spitze treiben, wenn man seinen Selbstwert aus der Larp-Rolle bezieht, die man spielt. Am schlimmsten sind die Adligen… man sollte es verbieten, dass irgendwelche dahergelaufenen Penner den ehrwürdigen, mittelalterlichen Adel mit ihrem scheiß Rollenspiel vergewaltigen dürfen. Die nächste Adelige, die mir beim Larp begegnet, wird geswaffelt Junge! Solange, bis sie mir schwört, dass sie nur noch Bettlercharaktere spielt… Mann geht mir das auf den Sack. Larper sind Meister der Selbstinszenierung. Ich habe noch nicht einmal in der Türkendisko soviele Pseudo-Choleriker gesehen wie beim Larp, wenn sie sich ihren Gefährten in die Arme schmeißen und mit “Halt misch zurück! Isch schwöre! Halt misch zurück! Isch box den sonst so weg ey, i’schwöre!” eine Gewalttat androhen, die angeblich aus dem Affekt geschehen soll, vermutlich, weil irgendein Spieler einen Schlag mit dem Gummischwert nicht richtig ausgespielt hat, was den entsprechenden Larper “zum Tier” macht. Und wenn er nicht “zum Tier” wird, wird er zu Lästermaul… meine Fresse, was wird nach einer Larp-Veranstaltung gelästert. Das ist schlimmer als in der Frauensauna.

Naja: Aber es gibt auch gute Seiten am Larp. Eine davon ist, dass man -wenn man sich geschickt anstellt- morgens im Zelt neben einer ziemlich niedlichen, nackten Elbendame und drei leeren Flaschen Tequila aufwachen kann. Und ganz ehrlich: Da ist es mir auch scheiß egal, ob die Kämpfe gut ausspielen kann, solange sie bestimmte andere Dinge gut ausspielt… hehe. Und wenn sie sich anfangs auch etwas zögerlich gibt, so gibt es ja ein ganzes Repertoire an “Zaubern”, die man als Magier so lernen kann…  zum Beispiel mein favorisierter Schlaf und Vergessenszauber, für den man  nur ein paar Tropfen von einem “magischen Elexier” und ein ein Taschentuch braucht. Den Rest erledigt dann ein “Oh.. dieses Taschentuch durftet so hervorragend nach Rosen… riecht doch nur!”

Und wenn ihr jetzt denkt “Hey.. du warst das also letztens!”: NEIN, ich bin kein Chloroformbenutzer… ich habe meinen hochelfischen Charme.. der wirkt viel besser.. und ist nicht mal illegal.

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Osama Geht Baden

Posted: 8th May 2011 by Dennis in Uncategorized

Osama Bin Laden -meistgesuchtester Terrorist mit dem größten Karl-Marx- Bart der Welt- ist endlich verreckt… und natürlich waren die Amis mal wieder schneller als alle anderen.

Über einen Menschen wie Osama bin Laden (Oder “Usama bin Ladin”, wie er im original heißt), braucht man eigentlich gar nicht viele Worte verlieren. Die amerikanischen Medien haben es recht schnell auf einen Punkt gebracht: “Rot in Hell!”. Vielleicht ist er jetzt im Terroristen- Himmel und bekommt  seine 72 Jungfrauen, wobei ich mich da schon nach 2 Stunden… okay, ich will nicht angeben: 3 Stunden im Paradies fragen würde: Okay.. Allah, war echt nett… aber was nun?! Oder er ist in der Hölle und bekommt nur eine 72- jährige Jungfrau… wer weiß schon, wo der Kerl jetzt ist… bei dem Wellengang ist er vielleicht schon an der gesamten See von Pakistan über Indien bis nach Kenia verteilt.

Wovon wir aber genau sagen können, wo er sich befindet, ist klar: In den Medien. Gut, es wäre jetzt… gewöhnlich, sich darüber aufzuregen, dass der Tod des Anführers des internationalen Terrorismus in den Medien zu finden ist, und irgendwie auch ungerechtfertigt: ich war zumindest amüsierter als bei der letzten Oliver Pocher Show… nicht, als würde ich sowas gucken. Ob das ganze jetzt eine Entlastung für die Terrorbekämpfung ist, glaube ich nicht, aber es ist zumindest ein kräftiger Tritt in die Eier von irgendwelchen extrem- Muselmännern, die allem widersprechen, was wir als Menschlichkeit bezeichnen… die ganze Welt atmet auf, die Amerikaner singen “We are the champions” vor dem weißen Haus, die Franzosen… naja… sind nach wie vor Franzosen, aber ein “Volk” muss mal wieder aus der Reihe schlagen: Die Deutschen.

Als könnte man nicht darauf verzichten, muss unsere liebe Mama Merkel mal wieder ihren Senf dazu geben (auf der anderen Seite: Hey, dafür wird sie bezahlt). Ich zitiere: “Ich freue mich, dass es gelungen ist, Osama Bin Laden zu töten.” Wer tut das nicht, Frau Merkel? Offenbar eine ganze Menge an Menschen: Linke, Linksliberale, Grüne, Kommunisten, Freikirchler, Pseudo- Christen (also Freikirchler….), kurz gesagt also alles, wovor sich keine Bremsspuren befinden, wenn man es auf einer Schnellstraße überfahren auffindet. Argumentiert wird in etwa so (und ich will mich differenzierter als “Öööööööö” ausdrücken, was nicht leicht ist, denn das ist das einzige, was bei mir ankommt):

“Als Christ hat man sich nicht über den Tod eines Menschen zu freuen. Ein Mindestmaß an Trauer ist also durchaus angemessen”.

Zunächst einmal: Ich lasse mir von niemandem, NIEMANDEM vorschreiben, wann ich über wen zu trauern habe. Trauer ist eines der persönlichsten Gefühle, die ich empfinden kann (naja gut: bei mir ist es der Hass). Das lasse ich mir nicht durch irgendwelche Pseudo- Christen anweisen, sondern ich empfinde sie dann, wann ich es für angemessen halte. Genauso freue ich mich, wann ich mich freuen will… zum Beispiel wenn Osama Bin Laden eine Kugel zwischen die Augen kriegt, nachdem er sich hinter einer seiner Frauen versteckt hat. Jetzt verstehe ich zumindest, warum man im Islam nicht monogam lebt, sondern polygam: Je mehr Frauen, desto mehr Deckung im Feuergefecht…

Bei Merkel ist das was anderes. Sie repräsentiert leider alle Deutschen, auch die Hirnlosen, die nicht erkennen, dass man sich von der Political Correctness alleine nichts kaufen kann. Und wieder mal wird polemisch reagiert… natürlich. Merkel wird jetzt genau so ein Strick gedreht, wie einst Saddam Hussein. Nur dass man sich bei seiner Hinrichtung genauso gefreut hat… damals allerdings ohne ethischen Rechtfertigungsdruck. Die Freude über Osama Bin Ladens Tod, die sie im Namen der Deutschen geäußert hat, ist für mich kein Zeichen von Geschmacklosigkeit, sondern eher eines von gesundem Menschenverstand, der nach westlichen Werten geprägt wurde. Und wer christlich argumentiert, sollte vor allem auch bedenken, dass unser gesamter Glauben und unsere Hoffnung auf dem Tod eines Mannes beruht… mit dem Unterschied, dass Jesu’ Lehren ethisch wesentlich verträglicher waren -vielleicht sogar den Grundstein für auch außerchristliche Ethik gesetzt gesetzt haben- und Jesu Märtyrertod auf freiwilliger Basis stattfand… mein Prophet brauchte sich nicht verstecken! Mein Prophet hat seine Strafe wie ein echter Kerl auf sich genommen.. und hat sich vor allem nicht hinter Frauen versteckt.

Fakt ist: Die Formulierung “freuen” ist vielschichtig. Betrachtet man sie als das Gegenteil von “ärgern” , war sie völlig gerechtfertigt. Auf der anderen Seite ist es eher traurig, dass es dazu überhaupt gekommen ist… allerdings -auch wenn Linkspropagandisten genauso wie auch Rechtspropagandisten häufig Amerika für den Lauf der Dinge die Schuld geben, sogar absolut lächerliche Äußerungen von sich geben, dass die Amerikaner 9/11 selbst inszeniert hätten- kann man Amerika dafür nicht verurteilen… lass sie doch auch ihren Spaß haben. Der Mann war ein Verbrecher, der sich bei weitem nicht so viele Gedanken darum gemacht hat, wenn er einem Menschen dass Hirn im Namen einer absolut menschenverachtenden und instrumentalisierten Interpretation des Islams hat wegballern lassen, wie wir, wenn wir uns fragen, ob denn nun “Freude” der richtige Ausdruck für die Emotion, die der Tod des verdammten Bastards bei fast allen auslöst, sei.

Und vor allen Dingen bleibt eine riesige Frage unberücksichtigt:

Who cares? Die Sau ist Tod!

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Freikirchler

Posted: 27th April 2011 by Dennis in Kültür, Religion

Mhhhhh… guuuuut.

Wir sind jetzt an einem seeeehr heiklen Punkt angelangt. Ich kenne nur eine Handvoll Freikirchler, kann also daher ein bestimmtes Klischeedenken nicht leugnen… aber hey: Wenn ihr nicht auf Klischees stehen würdet, hättet ihr Euch gar nicht bis hierhin durchgelesen. Wenn ihr also Freikirchler seid, dann schiebt euern Arsch aus meinem Blog verdammte scheiße! Das hier ist MEINE beschissene, heilige Scheißstätte!… Nein, nur ein Scherz… wenn ihr die anderen Beiträge mögt, werdet ihr auch den hier mögen. Und wenn ihr auch noch so viel flucht, Gebete wider mich an den Gott der Freikirchler auskotzt oder irgendwelche Freikirchler- Voodo- Rituale abhaltet: Gott liebt mich trotzdem, denn er steht auf Hassblogs… und ich bin wenigstens konfirmiert… ihr auch?

An sich sind die Freikirchler mit den Vampiren aus “Vampire- The Masquerade” am ehesten zu vergleichen. Sie leben unentdeckt unter uns, profitieren von der Toleranz bestimmter Gruppen in der Gesellschaft, bilden Sekten mit mehr als fragwürdigen Absichten, machen komische Tänze in von ihnen entweihten Kirchen und ich verwette meinen Arsch, dass sie beim Abendmahl Blut trinken. Nicht, weil sie es zum Überleben bräuchten, sondern weil sie grundsätzlich alles wörtlich nehmen, was in der Bibel steht. “Dies ist mein Blut, für euch vergossen” -einige der berühmtesten Worte des Heilands- werden also zwangsweise zu einer – juristisch betrachtet- … naja… Dunkelgrauzone beim freikirchlichen Abendmahl. Da stellt sich dann in bestimmten Kreisen also jeden Sonntag die Frage: “Wer muss diesmal bluten, damit wir uns überhaupt mit Gott verbunden fühlen?”

Aber wer von uns “Ungläubigen” bekommt denn schon Zutritt zu einer freikirchlichen Messe? Mal abgesehen davon, dass, wenn ich je eine Freikirche betreten würde, ich als “ungläubiger” vermutlich in freikirchlichem Weihwasser (gegen Vampire übrigens unnütz. Da müsst ihr schon in eine echte, katholische Kirche, denn nur da gibt es echtes Weihwasser, das Gottes Segen hat. Nirgendwo sonst!!) unter montonem, rituellem Gesang solange runtergedrückt würde, bis ich tot bin und dann durch das Wasser als untoter Freikirchler wieder auferstehen würde, habe ich ohnehin kein Interesse daran, eine Freikirche zu betreten… zumindest nicht ohne Fackel, Mistgabel oder Leopard II Panzer.

Das Problem, das ich mit der freikirchlichen Lehre habe -naja.. “die Lehre” gibt es ja irgendwie nicht, sonst wären es ja keine Freikirchler, sondern normale Menschen- ist ganz einfach auf den Punkt gebracht: Über 2000 Jahre ignorierte, missachtete, ja, mit Füßen getretene und doppelt und dreifach vergewaltigte Interpretation… hehe… double Penetration muhaha. Auf der einen Seite ist es löblich zu sagen “So steht’s in der Bibel, so ist es Gesetz”, vorausgesetzt, man hält sich konsequent daran. Abgesehen von der Tatsache, dass, wenn alle Menschen das so halten würden, die Welt von pazifistischen Kommunisten (beides ganz, ganz schlimm) bevölkert wäre, ist es mit der Wörtlichnahme der Bibel im Sinne eines friedlichen Miteinanders nicht ganz unproblematisch:  Die Lehre Jesu Christi ging nämlich weit über Weinberge, nette Väter und Sündhafte Söhne oder Wunderheilung hinaus. Jesu Forderungen waren bewusst hoch angesetzt, um den Menschen ihre Schuld vor Gott bewusst zu machen. Wenn ich in die Disco gehe (möööp: Sünde), mir ein, zwei oder drei Bierchen trinke (möööp: Sünde), einer vergebenen Frau beim dancen zusehe (möööp: Sünde) und mir denke: “Boah, geil…” (möööp: Sünde), obwohl ich selbst eine Freundin habe (möööööööööööööööööööööööööööp: Supersünde), bin ich nach Jesu interpretation also eigentlich schon so schuldig wie Hitler, Mao, Stalin und Oliver Pocher zusammen. Und spätestens nach diesem Hassblog habe ich da eigentlich schon für den Rest meines Lebens und Nachlebens verschissen.

So, liebe Freikirchler, und hier bitte genau zuhören: Es geht dabei aber nicht darum, dass ich nach meinem Discobesuch vom Teufel in der Hölle 3 1/2 Ewigkeiten lang den Arsch versohlt kriege oder Gott nach meinem Tod vor dem Paradies mit “Du kummst hiä ned rein.. junge! Weissu noch damals, Disse ne?” mir den Zugang verwehrt, sondern es geht darum, dass ich erkenne, wie schuldig ich eigentlich wirklich bin. Die Lehre soll mich vor Hybris und Arroganz schützen und vor genau einer einzigen Aussage: “Ich bin unschuldig!”… Das ist niemand. Nicht einmal Jesus hat das von sich behauptet, und weder der Papst, noch ganz besonders ich oder ihr können das behaupten. Nur darum geht es. Die Schuldigkeit vor Gott einzugestehen, die Abhängigkeit von Gottes Nächstenliebe und Gnade zu verstehen. Und vor allen Dingen soll mich das davor schützen, zu sagen, ich sei in irgendeiner Weise von Gott mehr geliebt und bevorzugt als irgendwer anders…

Und da ist noch etwas: Freikirchliche Lehren begründen sich nur in der allerersten Generation -der Gründergeneration- auf wirklicher Überzeugung. Alle anderen Generationen sind aufgrund gesellschaftlicher und territorialer Isolation gezwungen, diese Lehre anzunehmen. Wenn die Kinder ein ketzerisches Wort verlieren, werden sie gesellschaftlich -vor allem von Mama und Papa- geächtet… und wohin wollen sie denn fliehen, wenn sie trotzdem von ihrer Meinung überzeugt sind? Zum befreundeten Nachbarn? Bullshit, der ist ja genauso bekloppt wie die Eltern, wenn nicht sogar noch bekloppter. Selbiges gilt übrigens auch für Großeltern, Urgroßeltern und allen anderen Verwandten die entweder in der Nachbarschaft wohnen, oder 300000 Kilometer weit weg, weil sie keine Freikirchler sind und sich von dem Wahnsinn ihrer restlichen Familie distanzieren wollen. Also wird “ketzerisches” Gedankengut im Keim erstickt… womit wir wieder bei einer Parallele zu den Braunen wären… stimmts oder stimmts nicht? Und wenn ihr jetzt sagt “Nänänänänä… so stimmt das aber nich’”, dann frage ich euch:

Warum isolieren sich Freikirchler denn von den anderen? Warum gibt es denn Freikirchliche “Gemeinden”, Gebiete, die freikirchlich geprägt sind? Warum ist denn deren Kirche zeitgleich auch von der funktionierenden Nachbarschaft abhängig, von den Menschen, die nebenan wohnen? Warum können die denn nicht z.B aus Hamburg nach München in eine Kirche gehen, und sich Gott trotzdem genauso verbunden fühlen, als wären sie zuhause?  Richtig: Weil die gesamte, freikirchliche Erziehung -um nicht zu sagen: Gehirnwäsche- von vorne herein auf Manipulation, gesellschaftlicher Abhängigkeit und Druck aufgebaut ist. Wer unartig ist, wird geächtet. Deshalb gibt es Freikirchen auch nur in kleineren Gegenden, in abgeschiedenen Vororten oder Bauernkaffs. Da kennt jeder jeden, und als Bauerntölpel aus irgendnem Kuhdorf kommt man mal nicht so einfach auf die Idee, zu sagen: “Mir doch egal, was die Nachbarn oder die Typen, mit denen ich zur Kirche gehe, von mir denken”, als in Zentralberlin. In Zentralberlin hätte ich nämlich die Möglichkeit, mir einfach anderen, gesellschaftlichen Umgang zu suchen, wenn mein alter Umgang meint, mich wegen meines Verhaltens, meiner religiösen Ansichten oder meiner Lebensweise in irgendeiner Weise sanktionieren zu müssen. In einem 50 Leute Dorf, in dem auch noch 95% Freikirchler (und der Rest wahrscheinlich Ausländer) sind, kann ich das nicht mal so eben. Und das ist genau das, was einen interreligiösen Dialog bei Freikirchlern unmöglich macht: Kein Wille zum Glauben, nur Pflichtbewusstsein. Kein Spaß am Glauben, nur die Angst vor Strafe. Ein Alibichristentum, das von sich behauptet, toleranter zu sein als die Katholiken oder Protestanten… pfff.

Da komm ich mir schon fast fromm vor, dass ich mir selbst eingestehen kann, dass ich intolerant bin. Intoleranz ist im Menschen genauso verankert wie sein Fortpflanzungstrieb. Man kann sie unterdrücken und wird irgendwann zum Vergewaltiger, oder mann lässt ihr hier und jetzt freien Lauf und verhindert größeres Unheil.

Wenigstens verstecke ich meine Intoleranz nicht hinter einer pseudo- toleranten Kirche. Ich verleihe ihr bewusst Ausdruck in meinem Blog… ich bin ehrlich… und das ist das, worauf es im Christentum ankommt. Ehrlichkeit vor sich selbst und vor Gott. Und außerdem: Von Toleranz gegenüber Freikirchlern hat Jesus nichts gesagt… guter Mann. Deshalb bin ich Christ!

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Modenschau im Hause Gottes

Posted: 25th April 2011 by Dennis in Uncategorized

Gastbeitrag von Gutti- sein- Ghostwriter… danke… du Penner

Erwachsene Männer in komischen Kostümen reden in fremden Zungen……. was schon wieder Karneval?!
Nein Ostern. Ich selbst -Ignorant erster Güteklasse- habe mir gedacht: Einmal muss man so eine Messe zum Ostersonntag im Kölner Dom mal mitgemacht haben, und wenn ich schon zufällig in Köln bin, kann ich mir die Veranstaltung auch gleich geben.
Ich betrete also den Dom, der wie immer “noch im Bau” ist, und stelle fest dass ich overdressed bin. Zwar trage ich an diesem heißen Tag nur dunkle Turnschuhe und Hosen, doch damit bin ich schon eimal wesentlich mehr im Rennen, als die geschätzten 1 Mio Touris, die gehört haben, wie schön so was denn anzusehen sei.
Die katholische Kirche will sich ja offener präsentieren, Asiaten anscheinend ihre Füße auch, daher die neonpinken Flip Flops. Überhaupt zeichnet sich ein groteskes Bild ab.
Während die Ostermesse vermehrt von Behinderten und Gebrechlichen aufgesucht wird, als irgendwelche anderen Veranstaltungen, scheinen auch Leute mit rotem Punkt oder einem Kopftuch eine gewisse Zuneigung zu Ostermessen zu haben.
Aber egal: Das Haus Gottes ist ja für jeden offen, auch für Keime. Eine Anleitung für korrektes Händewaschen, etwa zum Schutz vor der Schweinegrippe , oder halt den 10 plagen, fehlt am Weihwasserbecken gänzlich.

Pardon ein mieser Scherz, den ich mir nicht verkneifen konnte.

Da steht man also drin in diesem Dom ,der eigentlich nie fertig restauriert sein wird, draußen die “Hasse- ma- ne Mark- Penner” und drinnen ältere Männer in feierlichen Gewändern, die um Kohle für die Restauration des Doms bitten.
Wie viel Geld dabei wohl schon draufgegangen ist und wem man damit hätte helfen können… nicht, dass die Kölschen-Katholiken nicht wüssten, wie man teilt, man denke nur z.B. an die Caritas.
Wenn man bedenkt, dass Liebkencht, die eine deutsche sozialistische Republik auf einer Warenkiste stehend ausgerufen hat und nur gescheitert ist weil Scheidemann mal kurz den Kopf außem Fenster gehalten hat, dann überlegt man sich, ob man wirklich so einem imposanten Bau zum Beten braucht , oder ob ein Mann mit Bibel und nem Knut-Stuhl von Ikea nicht gereicht hätte. Aber ” Das Erzbischofstum Köln bittet um eine Spende für das Kölner Stadtbild” klingt deutlich besser, als “Archidioecesis Coloniensis möchte Kirchenzehnt zwecks Reparatur an Statussymbol einziehen.”
Solcher Hang zum Pompösen ist sonst nur für dunklere Kapitel der Geschichte reserviert.

Meine Gedanken schweifen durch den Dom, kommen aber nicht weit, sondern bleiben am nächsten Japaner hängen, den auch der Beginn der Messe nicht davon abhalten kann, die schlechten Lichtverhältnisse im Kölner Dom mittels penetrantem Blitzlicht auszuleuchten… als hätten die Japaner momentan nicht schon genug Probleme mit merkwürdig blitzenden Lichtern.
Junge Männer in Phantasieuniform stellen sich auf und einer von ihnen beginnt mit Omas Rauchkanne zu wedeln. “schnell weg”, denke ich mir, das ist doch wieder so ein Roman Polanski Film… .
Hätte ich das Bedürfnis nach Minderjährigen in Verkleidung wäre ich in einer Opiumhöle.
Wobei ein anderer Minderjähriger neben mir nur bemerkt, mit infantilen Charme wohlbemerkt: “Der Rauch stinkt, ich will hier raus… .”

Doch weiter im Programm: El Chefe betritt die Bühne, zu erkennen am besonders hübschen Outfit und einem Phallussymbol in der Hand, welches mancher auch nur Stab nennen würde.
Leute, die mit Krücken kaum stehen können, werfen sich auf die Knie, nur weil dieser Mann vorbeikommt, habe ich was verpasst, oder ist der heilige Geist so weltlich geworden, dass er neuerdings zu Fuß geht??!!
Ha, es regt sich was! Der Anblick der Kranken und Schwachen verleitet den Chef vom Dienst zur Tat: Hand links heben, weitergehen… der Anblick von Minderjährigen in Phantasiekostümen wird ihn später vielleicht noch zu ganz anderem Verleiten, aber darüber kann ich nur spekulieren.
Pff.. mit der Linken…Amateur… man schwört mit der Rechten oben auf die Fahne……..

Vielleicht war diese Geste aber auch stellvertretend für etwas, wie “Friede mit euch, ich sehe und Fühle euer Leid”, oder “Et kütt, wie es kütt, aber ob Linderung kütt, wes’ isch net……”

Wäre der Heiland nicht mit Nägeln fixiert, seine Abbildungen in der Kirche würden wohl rotieren.

Man begibt sich zum Altar, der in Verlängerung der bekannten Reliquie steht, den Gebeinen der heiligen drei Könige… wobei… wenn ich selbst nicht reingucken darf: Wer sagt mir, dass es nicht Tick, Trick und Track sind… oder die Minderjährigen in Phantasiekostümen von der letzten Ostermesse?

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Ich + Ich

Posted: 20th April 2011 by Dennis in Kültür, Musik

Ich muss jetzt mal loswerden, was mich schon mindestens 2 Jahren grundsätzlich ankotzt. Ich habe ja mit der Zeit gelernt, tolerant zu sein… oder zumindest so zu tun, als wäre ich tolerant, so wie es alle verkackten drecks Deutschen machen. Und wie kann man die Zugehörigkeit zu einer ach so tollen, toleranten Gruppe besser zeigen, als durch das vernetzen mit eben dieser? Ich rede nicht von Facebook, nein. Ich rede von einer gesteuerten, kulturellen Gleichschaltung durch eine absolut dreiste Vorgabe, was die Leute zu mögen haben und was nicht. Besonders toll kriegt das das Radio hin (das Fernsehen ist ja ohnehin, wie wir alle seit Reich- Ranicki wissen, der reinste Brainfuck, darüber braucht man gar kein Wort hier verlieren). Man schaltet im Radio irgendeinen Sender an und es kommt immer und immer wieder dieselbe Scheiße. Früher haben die Radiosender ja noch bestimmte Gesellschaftsschichten repräsentiert, heute dienen sie nur noch zur Gleichschaltung dessen, was irgendwelche Pisser im Dienst “die Deutschen” nennen. “Die Deutschen” reflektieren das nicht. Sie lassen sich den guten Geschmack vorschreiben durch etwas, was sich die “Charts” nennt. Die Charts haben nichts mit künstlerischem Wert zu tun, sondern einfach nur damit, wie oft irgendeine CD vom Interpreten XY über den Ladentisch gegangen ist, und das noch nicht mal mehr in Deutschland, sondern irgendwo in Amerika. Frei nach dem Motto “Eine Millionen Fliegen können sich nicht irren: Scheiße schmeckt gut” kaufen die Leute also wie die Irren die dämlichsten und hirnlosesten CDs von “Musikern”, die andere Leute gerne hören. Ich krieg ja schon zuviel, wenn sachen “In” sind. Wer bestimmt das denn? Und als wäre das nicht schon Schande genug, bekommt man das auch noch gratis im Radio zu hören (watt, gratis?!?!?! Für den Scheiß muss ich ja auch noch GEZ bezahlen, fickt euch doch alle!!!!)!, obwohl man eigentlich ganz andere Sachen hören will… die Kassierer zum Beispiel… oder Stahlgewittaaaaaa.

Das Problem ist nicht, dass ich täglich irgendwo Katy Perry hören muss… das erzeugt keinen Ohrenkrebs, sondern tötet einfach direkt jede Hirnzelle ab… dann kann ich mich wenigstens nicht mehr drüber aufregen. Der Vorteil zum Beispiel an Katy Perry ist, dass ich sie einfach auf ihre Titten reduzieren kann, damit signalisiere ich aber gleichzeitig, dass ich sie nicht ernst nehme als Lebewesen mit Existenzberechtigung. Und Chris Brown hätte Rihanna auch ruhig noch ein bisschen härter dran nehmen können. Aber schlimm wirds dann, wenn man auch noch gezwungen wird, auf den Text zu achten, und das ist -leider Gottes- momentan der absolute Trend. Schätzungsweise die achzigste “neue deutsche Welle” seit den 80ern. Lena versucht ja noch, englisch zu singen.. ok, aber auch Lena kann ich auf… naja, sagen wir bestimmte Merkmale reduzieren. Aber einer der wirklich absolut nervigsten, dümmsten und schwachsinnigsten Interpreten ist “Ich + Ich”, und das liegt nicht daran, dass der Mann ein Schwarzer ist (denn hey, seid ehrlich: spätestens, als ich gesagt habe, dass ich “Ich+ Ich” hasse, habt ihr mich direkt mit einem Rassisten auf eine Stufe gestellt! Ihr Penner!). Viel schlimmer ist, dass er versucht, einen intellektuellen Meilenstein zu setzen. Er gilt als tollster und bester Vertreter der modernen, deutschen Musik, und wenn man die Leute fragt “Was ist denn eigentlich so toll an diesem … … … … Maximalpigmentierten?” bekommt man gesagt, wie tiefgründig und niveauvoll er doch sei. Wollen wir das ganze mal rekapitulieren:  Eines der beliebtesten Lieder von Ich + Ich ist : “So soll es sein, so kann es bleiben”…. okay. Hab ich mir auch gedacht, als Chris Brown’s Greatest Hits featuring Rihanna rausgekommen sind, aber muss ich deswegen gleich ein Lied machen? Und dann auch noch einen intellektuellen Anspruch darauf stellen und den Spruch womöglich patentieren lassen? Sorry… da wette ich, dass Hitler während der Blitzkriege schneller war mit diesem Spruch als Ich + Ich. Und den Mann nennt niemand tiefgründig… warum auch? Der hat den Leuten seine komische Führer- befiehl- wir- folgen- Musik auch nur durch korrupte Medien aufgezwungen, und war auch noch braun dabei… genau wie Ich + Ich muahaha. In meinen Augen ist “Ich + Ich” in etwa genau so tiefgründig wie ein Tierporno, nämlich in sofern, dass beide mit dem, was sie tun, nur ihre Existenz weiter festigen wollen. Ich + Ich vergewaltigt den Intellekt (nein, nicht nur, weil ein schwarzer ist… was ihr schon wieder denkt. Als wären alle Schwarze Vergewaltiger… nein!), indem er ihn a.) für die Aufrechterhaltung seiner völlig ungerechtfertigten Starexistenz benutzt und b.) sein Eigen nennt.

Am liebsten würde ich den Menschen ja mal mit all seinem Pseudointellekt packen und ihn während eines Störkraft- Konzertes auf die Bühne werfen.. vielleicht zieh ich ihn vorher noch aus tätowiere ihm ein Herz mit dem Namen “Malcom X” hinten auf den Arsch… oder “Capitain Cotton”… wer weiß…

Problematisch wird es dann, wenn solche Kommerzpenner Ikonen werden, wenn sie zu Vorbildern werden für andere Künstler. Wenn sie zum Non + Ultra werden für den Intellekt… ich meine okay: Immerhin verfasst noch jemand was in der deutschen Sprache. Im Gegensatz zu Lena wird Ich + Ich seinen Erfolg auf gehobenerer Ebene zu kommentieren wissen als mit “Das ist ja so…. uaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhh” … und vermutlich wird er selbst den Störkraft Fans auf verbaler Ebene überlegen sein… scheiße, jetzt fang ich an zu zweifeln… immerhin werden nun mal andere, deutsche Lieder Kult als z.B das Horst- Wessler- Lied. Aber wollen wir wirklich von so jemandem unsere Kultur definiert bekommen?  Pseudointellektuell und nur oberflächlich tiefgründig? Was ist mit Bands wie Unheilig oder Rammstein, die sich (zumindest früher) im Untergrund aufgehalten haben und dennoch auf ihre ganz eigene Weise Menschen wie mich mit genau dem Tiefgrund versorgt haben, den ich brauche? Ja gut… Rammstein ist ein wenig derbe, aber hey?! Die meisten Texte von Rammstein z.B  dürften die intellektuellen Ressourcen eines durchschnittlichen Ich + Ich- Hörers locker übersteigen. Der wahre Intellekt findet sich immer in weniger kommerziellen Bands. Subway To Sally, In Extremo, vermutlich sogar WiZo… ja, selbst K.I.Z. . Klar, die Frage ist, wer das Gedudel von InEx und StS länger als drei Stunden ertragen kann, und K.I.Z ist so tiefgründig assozial, dass die meisten Hopper es meiden, weil sie ständig zu Mama laufen und nachfragen müssen “Mama, was ist ein Scheiterhaufen (Ey)?!”. WiZo- Hörer sind meistens dreckige drecks- piss- pimmel- Punks, die nur den Anspruch an ihre Musik stellen, “punk” zu sein, und dabei die tiefere Botschaft der Texte völlig ignorieren… dabei würde es mich nicht wundern, wenn sie “Punk” mit a schreiben, weil sie -da sie ja so pankich sind- nie eine Schule besucht haben.

Aber wir lernen daraus, dass die Gruppen, die den Anspruch stellen, intellektuell tiefgründig zu sein, wie Ich + Ich,  meist nur arrogante, mediengeile Penner sind, die das Selbstbewusstsein der “Mitten im Leben”- Gucker stärken (“Hey Jaqueline… ich tu ja verstehen, watt der da am singen is!”) und daraus ihren Erfolg beziehen… denn Asoziale gibt es grundsätzlich immer mehr als Intellektuelle, welche durchaus auch die Möglichkeit haben, englische Texte nach Tiefgrund zu untersuchen. Denn auch, wenn er nicht deutsch gesungen hat, ziehe ich Johnny Cash sowohl intellektuell als auch musikalisch jederzeit den modernen, deutschen Liedern vor.

Wer tiefgründige, deutsche Musik hören will, muss in den Außenseiterszenen nachschauen… bei den Gothics, bei den Punks, den Mittelalterfreaks und Pseudoasozialen Hip-Hoppern (KIZ rules!)… eigentlich findet man sowas überall, aber ganz sicher nicht im Radio.

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Das illustrierte Leid

Posted: 15th March 2011 by Dennis in Politik

Solltet ihr euch in den letzten Stunden und Tagen mal gefragt haben “Hey, warum zur Hölle kann mein Internet keine Verbindung zu meinen japansichen Lieblingspornoseiten aufbauen?!”, dann solltet ihr vielleicht einmal die Nachrichten schauen, denn die werden garantiert noch funktionieren. Warum? Damit sie die Leute noch verrückter machen können, noch hysterischer und dämlicher, als sie ohnehin schon sind.

Ich will nicht als Unmensch dastehen: Was gerade in Japan passiert, ist wirklich scheiße, traurig, und jeder fragt sich: “Oh Gott… warum denn ausgerechnet die?!”.  Ja, genau!!!  Warum hat’s nicht die Türkei erwischt??? Scheiße nochmal… überlegt ihr eigentlich, was ihr da sagt?!?!

Egal, auf was man schaltet: CNN, N24, das erste, zweite, dritte, vierte, Youporn … überall wird man bombardiert mit einem absolut geheuchelten Mitgefühl gegenüber Menschen, die es eigentlich verdient hätten, dass man ihnen tatkräftig zur Hand geht. Der erste Suchvorschlag, gibt man bei google “Pray” ein, ist -wie könnte man es anders erwarten- “Pray for Japan”. Die einen sitzen heulend vor dem Fernseher, während die anderen in Deutschland -dem bürokratischstem, verklemmtestem und genauestem Land der Welt!!!- auf die Barrikaden steigen und verlangen, dass die Deutschen aus der Atomkraft aussteigen. Und tatsächlich reagiert Mutti Merkel und nimmt einige AKWs außer Betrieb. Daumen hoch! Die größte Unfallgefahr in einem Deutschen AKW -mal abgesehen von einem technischen Defekt, der alleine schon durch einen riesigen Haufen Bürokratie ausgeschlossen sein dürfte- besteht übrigens darin, dass a.) Ein Flugzeug oder b.) ein Komet genau in den kritischen Teil des Kraftwerks abstürzt. Tja.. ihr lieben Damen und Herren von den Grünen, die wahrscheinlich gerade grinsend wie ein Belgier im Kindergarten oder ein Franzose im Hundekäfig sitzen dürften (falls ihr nicht -wie alle anderen- heulend vor dem Fernseher sitzt und euch nach allen Regeln der Political Correctness von den reichlich gezeigten Bildern tiefer betroffen zeigt als von jeglichem Krieg dieser Welt), seid ihr  nicht ein bisschen glücklicher drüber, als ihr zugeben würdet? Jetzt, wo eine anti-atomare Tendenz der Deutschen so gut wie sicher sein dürfte und die Deutschen natürlich wieder mal die ersten sind, die wie ein Haufen bekiffter Lemminge  in Panik geraten und natürlich als einzige so dumm wären, nun wieder vermehrt das Kreuzchen bei dem grünen Kackhaufen auf dem Wahlzettel zu machen, wenn er ihnen verführerisch zuwispert “Wir machen alle Atomenergie weg!” ? Wie vorhersehbar… Die größten Asozialen sorgen sich gerade übrigens nicht um die Menschen, die Natur oder Japan per se, sondern um den Strompreis (siehe Tagesschau).

Es ist egal, ob es sich um Japan, Tschernobyl, 9./11. oder Haiti handelt (ja.. was war denn in Haiti? Wisst ihr’s denn noch, ihr Penner?!). Die Leute brauchen etwas, worüber sie empört sein können. Sie brauchen Tsunamis, Erdbeben oder -was natürlich viiiiiiieeel schlimmer ist- einen Bruch der Political Correctness. Sie brauchen Bilder von Kinderleichen, zerstörten Häusern und zerbombten Städten. Auf Google und Youtube suchen sie nach Videoaufnahmen, die einen potentiell tödlichen Unfall zeigen… möglichst dramatisch muss es sein. Ihre Grenzen wollen sie austesten. Wieviel Elend kann ich ertragen? In die gefährlichsten Kriegsgebiete der Welt fahren sie in den Urlaub und wundern sich dann, warum der eben noch so nette Mustafa plötzlich mittels AK 47 (wenn er wirklich nett ist) dafür sorgt, dass sie über Wochen hinweg in irgendwechen al- Qaida Kellern eingesperrt werden. Sie wollen das Elend, den Dreck sehen… den Tod. Passiert auf der Autobahn ein Unfall, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auf der anderen Seite der Bahn auch ein Stau ist, weil die Leute glotzen wollen. Sie sehen ja nicht einmal, sie glotzen, vergessen aber dabei, dass sie gerade mit 170 Sachen auf der linken Spur fahren. Da ist die Katastrophe in Japan keine Ausnahme.

Und am besten ist es natürlich, wenn dieses Elend live im Fernsehen übertragen wird. Aus der Empörung wird ein Massenphänomen, ähnlich der Fußball WM. Ausgerechnet die Deutschen beziehen daraus natürlich ein Gefühl der Gemeinsamkeit, der Nationalität und des Zusammenhalts… . Ich komme mir schon fast als Außenseiter vor, gerade nicht vor dem Fernseher oder auf irgendeinem Nachrichtenkanal im Internet zu hängen (naja, okay.. zugegeben… einen Tab zu dem Thema habe selbst ich offen). Es geht sich also weniger darum, Mitgefühl zu zeigen, oder aufrichtige Trauer, sondern darum, sich selbst dadurch zu definieren, eine Gruppenzugehörigkeit zu zeigen; zu zeigen: “Japan 2011- Ich war dabei”. Und an diesem Punkt wird es erbärmlich und menschenverachtend… Menschenverachtender, als es eine Explosion im Atomkraftwerk jemals sein könnte.

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Sex-Streik in Belgien

Posted: 19th February 2011 by Dennis in Politik

Ich dachte, ich hör nicht recht: Die belgischen Frauen sollen in Sex-Streik gehen, das schlägt Senatorin Temmerman vor, weil das Land politisch quasi vor die Wand gefahren wurde.

Die Idee, die eigene Frigidität oder Impotenz als bewusste, politische Handlung zu verkaufen, finde ich gar nicht so schlecht… werd’ ich mir für “schlechte Zeiten” merken. Wenn ich das nächste mal also so Gefühlslos bin, dass ich mit meinem Pimmel eine Suppe umrühren kann, liegt das also nicht an mir, sondern an der Wirtschaftskrise… nice.

Temmermans Idee wurde offenbar ernster genommen, als sie eigentlich gemeint war, aber naja.. wer A sagt, muss auch B sagen… oder widerrufen und dann die Konsequenzen buchstäblich schlucken. Aber was soll’s… Temmerman soll das egal sein. Ihrem Äußeren nach zu urteilen dürfte sich ein Sex-Streik nicht von ihrem Alltag unterscheiden.

Die viel schlimmere Folge wäre, dass man Frauen in der Politik noch weniger ernst nimmt, als man es ohnehin schon täte… und sorry Mädels: Bei aller Emanzipation, Gleichberechtigung und Frauenpower ist das Einzige, was euch als politische Aktion gegen ein politisch beschissen geführtes Land einfällt, ein Sex-Streik??? Da haben wir es mal wieder: Wirklich ernstzunehmende, sexuelle Diskriminierung geht zumindest in europäischen Ländern nie von Männern aus, sondern immer von Frauen selbst. Ihr diskreditiert euch doch selbst und bestätigt doch das, wogegen all die Feministinnen so erbittert gekämpft haben: Nämlich die Ansicht, dass das wertvollste, was ihr den Männern bieten könnt, Sex sei. Wenn ihr doch wenigstens etwas ernstes tun würdet: Ein Arbeitsstreik, eine Demonstration, oder euren Männern das Kinderspielzeug aus dem Kofferraum klauen, damit sie sich wieder auf die Arbeit konzentrieren und die Wirtschaft ankurbeln, statt in der Mittagspause vor Kindergärten herumzulungern. Macht es doch wie die Ägypter meine Fresse nochmal, das kann doch wohl nicht so schwer sein… habt doch keine Angst, mal etwas wirklich politisch Demonstrierendes zu tun. Ist ja nicht so, als hättet ihr in Belgien einen Österreicher an der Macht, wie schwer kann das also schon sein?… aber naja: Als Deutscher sollte ich da mal lieber die Schnauze halten. Unser politischer Widerstand war ja auch eher herzlos. Apropos: Bei Adolf wäre ein Sex-Streik vielleicht sogar effektiv gewesen. Ich hör gerade ein wütendes “Evaaaaaaaa! Was soll denn dasssss?!” vom Obersalzberg hallen.

Prädiktion für die Folgen des Sex-Streiks in Belgien:

Man kann in den kommenden Tagen und Wochen, sollte das Ausmaß des Sex-Streiks in Belgien noch weiter zunehmen, mit folgenden Dingen rechnen.

1. Die Suchanfrage für “under 16″ wird bei diversen Websites stark zunehmen.

2. Google-Maps wird mit verstärkten Suchanfragen für Kindergärten, Grund- und Vorschulen in Brüssel und Umgebung rechnen müssen. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt sich, die Streetview- Funktion bis auf weiteres offline zu nehmen.

3.  Die Autoindustrie kann sich freuen, genauso wie Hasenzüchter, Schokolatiers und Optiker. Es wird zunehmende Nachfrage für weiße Vans, niedliche Babyhäschen, alkoholfreie Pralinen sowie “chique Hornbrillen” geben.

Denn schon lange gilt:

Wollen in Belgien die Frauen nimmer,

gehen die Männer in den Keller

Und auch hier wäre eigentlich ein super-lustiges “Humpa Humpa Tääterää” angesagt, wenn das alles nicht so furchtbar erbärmlich wäre…

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Karneval

Posted: 16th February 2011 by Dennis in Kültür

Ich kann ja nicht leugnen, dass ich ein Freund von Klischees bin. Im Gegenteil: Ich liebe sie. Mein Weltbild besteht aus ihnen und sie scheinen es vor jeder noch so starken Erschütterung nach all den Jahren stärker zu halten denn je.  Jemand, der in Klischees denkt, kann als Wahrsager bezeichnet werden, denn er sieht mit einer erschreckend hohen Wahrscheinlichkeit das, was in der Zukunft geschehen wird.

Die Zukunft in etwa vierzehn Tagen steht schon lange fest. Eine geisterhafte Tonbandaufnahme, die sich jedes Jahr aufs neue wiederholt. Die das ganze Jahr über sonst humorlosesten, frigidesten Asozialen der größten Untervölker unserer Städte werden sich versammeln um die Welt in ihren Alkohol-Fick- Orgien mit aufgesetzter, gespielter Lockerheit und sonstigem Mageninhalt so sehr vollkotzen, dass man eigentlich in jeder Stadt mit Karnevalstradition den zivilisationstechnischen Notstand ausrufen müsste.

Sich über Karneval aufzuregen ist klischeehaft. Ich hasse Menschen, die sich über Karneval nur aufregen und ihrem Hass keinen anderen Ausdruck verleihen, als zuhause zu bleiben, genauso wie ich Leute hasse, die es lieben oder nur Mitläufer sind und sich von ihrer a.) dominanten Gewichthebermutter aus der ehemaligen DDR oder b.) als Engelchen, Teufelchen, Cowboy oder Polizistin verkleideten, ebenso dominanten Freundin mitschleppen lassen und tatenlos mit zusehen, wie ihr ach so feines Weiblein plötzlich mit einem Kerl nach dem anderen tanzt und auf dem Klo verschwindet, nur nicht mit ihrem eigenen Stecher Freund. Das ist der Geist von Karneval. Die Rechtfertigung für jegliches gesellschaftswidriges Verhalten, ohne mit gesellschaftlichen Sanktionen rechnen zu müssen. Schlechte Musik, dünnes Bier, auf dass all die Hopper und pseudo-Spartiaten die Leute damit zuspammen können, dass sie mindestens 50 Bier versoffen haben (finanziert von den Steuerzahlern, die alle Hartzer und deren Sauforgien finanzieren müssen), wobei 50 Karnevalsbier einen gefühlten Alkoholgehalt von 3 Flaschen normalem Bier aufweisen dürften. Schockierend, dass man trotzdem über einen Berg aus besoffenen Idioten klettern muss, wenn man sich nach Hause begeben will, was mich zu der Frage führt: Was halten diese in Ganzkörperkostüme gesteckten, als Bären oder Hasen verkleideten Lappen eigentlich aus, dass sie sich schon von den Frauen abschleppen lassen, oder besser gesagt: halb ins Koma (also umgerechnet 3 Bier) gesoffen geschultert und je nach Belieben der “sich verzehrenden Lenden der Frau” entweder auf der Kneipentoilette, hinter dem Bierzelt oder gar zu Hause ihrem Schicksal, der Leitwölfin als Befriedigungsmaschine zu dienen, zugeführt werden ? Schleppen die Frauen heute tatsächlich die Kerle ab? Und warum ist denen nicht kalt, tragen sie doch meistens nur einen Minirock? Werden die Frauen stärker als die Männer, evolutionstechnisch durchsetzungsfähiger? So viele Fragen, die nach einer Antwort schreien. Wie kann man diese Dinge begründen?

Eine Degeneration unserer Gesellschaft? Eine Re-Evolution? Eine De-Evolution? Werden die Männer immer weiblicher, die Frauen immer männlicher? Werden in 10 Jahren die Frauen auf dem Bau arbeiten und die Männer sich im Büro die Nägel lackieren oder auf den kleinen Kevin zuhause aufpassen? Allein die Vorstellung macht mich wahnsinnig… ängstlich.

Haben die Männer das nicht selbst zu verschulden, dass sie an einem Event wie Karneval -oder Fasching… Fascho… wie war das gleich?- überhaupt teilnehmen? Ist es überhaupt verkehrt? Gottgewollt? Was wird Gott sagen, wenn wir einst vor ihm stehen und uns rechtfertigen müssen, warum wir uns in der “jekken Zick” von diesem besoffenen, blonden Engel mit Flügeln und Bierflasche damals hinter dem Bierzelt haben verführen lassen? Was können wir ihm Antworten? Dass das normal ist? Dass zu dieser Zeit plötzlich alle Über-Ichs nach Freud ausgeblendet werden dürfen?

Was können wir noch tun?

Sinnloses Dagegensein und Zu Hause Bleiben bringt nichts, denn dann wird man mit diesem fürchterlich aufgesetzten, peseudo-kölschen Akzent darauf hingewiesen, dass ja “niemand jezwungen wird, mitzumaaache. Wä et nidde mach, der kann ja daheem blieve”. FICKT EUCH DOCH

Wäre es nicht mit strafrechtlichen Konsequenzen verbunden, könnten wir alleine für diesen debilen Spruch das Punisher- T-Shirt aus dem Schrank holen und die Bierzelte anzünden, mit all denen, die dieser primitiven Tradition frönen.

Es gibt nur eine Lösung: Eine Inquisition der Über-Ichs. Die Leute mit ihrer eigenen Erbärmlichkeit konfrontieren, indem man die personifizierte Gesellschaftssatire verkörpert, sich daneben benimmt, noch schlimmer als alle anderen, die diesen Brauch ernst nehmen.

Ich bleib ganz sicher nidde daheem! Nicht, wenn ich mich besaufen, euch den Abend verderben und auf Eure zugekotzten Schnapsleichen pissen kann… denn das ist ja normal in dieser Zeit. Kurz gesagt: Ich tu’ einfach dasselbe wie ihr aus einem anderen Grund und in einer viel größeren Dimension. Und in all eurer Einfältigkeit und  eurem Alkoholismus seid ihr nicht einmal in der Lage, es zu merken; im Gegenteil: Wenn man sich als Unverkleideter anhören muss: “Deine Verkleidung is aver nidde sehr kreatiiiiiv”, kann ich wunderbar kontern: “Ich gehe als Talsperre”. Und nachdem Ihr dann an meinem Körper etwa 4 Minuten irgendetwas gesucht habt, was auch nur im entferntesten an eine Talsperre erinnert -teilweise schon blöde zu grinsen anfangt, weil ihr irgendeine nichtvorhandene Doppeldeutigkeit vermutet-  dann -ja erst dann- werde ich das Rätsel auflösen:

“Ich mache Dicht und lasse mich volllaufen”

Humpa.. Humpa.. Täteräää



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