Heute sind wir mal ganz essentiell. Heute nerven uns mal keine Menschengruppen, keine politischen Sachverhalte, sondern eigentlich das, was uns am allermeisten aufregt, jeden verfickten Tag aufs neue: Das Leben.
Ja zugegeben, das ist sehr gnostisch gedacht und nicht sonderlich kreativ, und mag es gar blasphemisch erscheinen, das Geschenk des Lebens in der Luft zu zerreißen. Ständig wird man zugekotzt mit “Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum”, “Das Leben ist schön” oder “Ein Lächeln wird immer erwidert”. Geht mal in einen Hauptbahnhof und lächelt ein paar Leute an. Entweder werdet ihr zusammengeschlagen oder des Geländes verwiesen wegen Trunkenheit oder potentieller terroristischer Taten. Denn außer Besoffenen und Terroristen in freudiger Erwartung ihrer von Geburt an indoktrinierten Jenseitserwartungen lächelt heute niemand mehr. Und wenn das einzige, das einen noch zum Lächeln bringen kann, die Erwartung eines besseren Lebens im Paradies ist, dann sollte man sich Gedanken machen, ob nicht irgendwas schiefgelaufen ist in dieser Konstruktion, die sich Leben nennt.
An sich ist es ja schon naiv, zu glauben, dass aus etwas, das von Anfang an nur aus dem puren Kampf ums Überleben entspringt, etwas Gutes wachsen kann. Leben bedeutet immer Überleben. Und Überleben bedeutet nichts anderes, als dass irgendein mieses Arschloch es dir versucht, streitig zu machen. Und um selbst zu überleben, musst du das miese Arschloch sein, der wiederum irgendwem anders das Leben streitig macht. Und so KANN die Welt eigentlich aus nichts anderem als unterschiedlich stark ausgeprägten, miesen Arschlöchern bestehen, die um ihrer puren Existenz willen anderen miesen Arschlöchern das Leben schwer machen, nur, um selbst nicht das Leben vom nächst größeren miesen Arschloch schwer gemacht zu bekommen. Und selbst dadurch lässt es sich nicht verhindern, sondern nur hinauszögern, dass dir doch irgendwer, der ein noch größeres Arschloch ist als du, einen sprichwörtlichen Pimmel durchs Gesicht schlägt, wenn du am allerwenigsten damit rechnest. Und um darüber hinwegzutäuschen hat die Natur uns mit diesem widerlichen Überlebenstrieb ausgestattet, der jegliche Reflexion über den Sinn dieses Gladiatorenspiels der Arten und Rassen von Anfang an unterbinden soll. Wenn du Hunger hast, fragst du nicht warum du Hunger hast, sondern du drehst dem nächst besten Tier seinen Hals rum und schlitzt es auf, um sein absterbendes Gewebe zu fressen, damit das Magenknurren aufhört. Und währenddessen beobachtet dich irgendein anderes, noch größeres Tier mit genau dem selben Bedürfnis und denkt sich “geil, ich warte, bis der aufgegessen hat, und dann ess ich ihn auf… Fleisch im Fleischmantel”. Darauf basiert das Leben, das uns in christlichen Kalendern und Esoterikzeitschriften attraktiv gemacht wird. “Sag ja zum Leben”. Geil… echt mal. Nein danke.
Und dann reden alle noch davon, wie romantisch es doch sei, Kinder zu kriegen, und an diese Leute habe ich eigentlich nur eine einzige Frage: HAT EUCH DENN JEDES MITGLIED DER KATHOLISCHEN KIRCHE UND DER FAMILIENPARTEI HINTEREINANDER INS GEHIRN GESCHISSEN? Das ist doch genau das, was die Natur von uns verlangt: Weitere Arschlöcher in die Welt zu bringen, damit sie anderen Arschlöchern das Leben schwer machen können – angefangen bei denjenigen, die sie erzeugt haben, den Eltern. Rauben dem weiblichen Körper jedwede Ästhetik und zweigen ihm nebenbei noch neun Monate lang (und darüber hinaus) die Energie ab, die sie Mühsam von anderen Arschlöchern geklaut hat. Aber das finden die Leute süß und toll. Wenn ich bei meinem Nachbarn den Strom abzweige, dann empfindet der das nicht als süß und toll, sondern als ILLEGAL, verdammt. Dabei ist das doch haargenau derselbe Sachverhalt, nur, dass keine Vaginas im Spiel sind. Und jetzt kommt mir nicht mit so einer Scheiße wie “Das Baby braucht die Energie aber zum Überleben”. Ich brauche meinen PC auch zum überleben. Ständig hört man diesen Bullshit über die biologische Uhr der Frau: “Ab Ende zwanzig hört die Frau es ticken”. Dann soll sie verdammt noch mal zum Arzt gehen, und damit meine ich nicht den Gynäkologen, sondern den, der noch tiefer in sie rein schaut: Den Psychiater, der ihr mal klarmachen soll, wie DÄMLICH sie eigentlich ist, sich derart naiv der eigenen Arschlochnatur hinzugeben. Als gäbe es im einundzwanzigsten Jahrhundert keine andere Möglichkeit mehr, sich selbst als wertvoll und wichtig zu verwirklichen, als dadurch, dass man möglichst viele weitere Arschlöcher in die Welt presst. Wie wäre es zum Beispiel damit, stattdessen einfach zu versuchen, selbst in der Arschloch- Rangliste weiter nach oben zu steigen (auch Karriere genannt)? Und dabei möglichst die Illusion aufrecht erhalten, dass wir alle an einem Strang ziehen würden – weil wir ja Menschen sind. Versuchen, diese einfache Summe an reinster, ekelhafter, biologischer Masse, aus der der Mensch besteht, mit so etwas wie Kultur und Geist zu übertrumpfen, um sich als Krone der Schöpfung zu profilieren. Täuscht über seine Tierhaftigkeit mit allen möglichen Formen der Askese hinweg, beginnend damit, dass man nicht gerade dort pisst und scheißt, wo man steht, sondern vorher eine Toilette aufsucht; und damit endend, dass man sein Leben lang nur eine einzige Frau vögelt. Monogamie nennt sich das. Dabei ist Monogamie auch nur triebhaftes Besitzdenken, und hat mit Kultur so gut wie nichts zu tun. Wenn ich eine Frau geil finde, will ich der einzige sein, der sie sich über den Pisser reißt. Und dem natürlichen Trieb zufolge dürfen es auch noch gerne andere Frauen sein, denen ich einen wegstecke, aber auch dort darf nur ich der einzige sein. Der orientalische Harem ist also das natürlichste Gebilde, das die Relation zwischen Männern und Frauen beschreibt. Denn das ist nichts anderes als ein in menschliche Kultur transkribiertes Rudel – der Kerl ist der Leitwolf mit möglichst wenigen Konkurrenten, die den Weibchen einen reinpfeffern könnten.
Und warum das ganze? Aus demselben Grund, wie ich ihn vorher schon nannte: Das erzeugen neuer Arschlöcher, die mir in meinem Arschlochfaktor (auch Gene genannt) ähnlicher sind als irgendwelche anderen Arschlöcher in der Welt: Meine Kinder. Damit sie anderen Arschlöchern das Leben zur Hölle machen und wieder völlig anderen, größeren Arschlöchern als Energiequelle dienen, damit diese ihre eigenen Arschlochkinder in die Welt setzen können, welche de facto nichts anderes machen als meine eigenen Arschlochkinder auch, nur in einer größeren Dimension. Und wer nun vor dem Bildschirm hängt: “Nääääää”, der muss einfach noch ein wenig Lebenserfahrung sammeln, und zu dem kann ich nur folgendes sagen: Das Ganze nennt sich Evolution – The eternal circle of asshole. Das gibt es seit Milliarden von Jahren, das scheint sich irgendwie bewährt zu haben, und das wird sich nicht ändern, weil DU anderer Ansicht bist. Und wenn du glaubst, ein besserer Mensch als andere zu sein, weil du die Welt durch führen einer monogamen Ehe unter der neun Monate langen Opferung von Energie und deiner weiblichen Ästhetik um ein weiteres Arschloch (oder sogar mehr) bereichert hast, dann solltest du entweder einmal die Geschichte der Niobe lesen oder einfach mal im Tierlexikon die Fortpflanzungsrate von Ratten nachschlagen. Und lass dir vorher sagen: Die haben das besser drauf als du, und deiner Theorie nach zufolge sind sie dann auch höher entwickelt als du. Wobei: Wenn du ernsthaft glaubst, der Sinn des Menschen entfalte sich ausschließlich in seiner Fortpflanzung, sind sie das sowieso.
“Mensch, das ist doch scheiße” – Ein häufig gesagter Satz. Und berechtigterweise durchaus ambivalent, wenn man den Menschen einmal über den Tellerrand hinaus inspiziert, als das, was er ist: Scheiße.

